Das Projekt Schichtwerk erweitert das bestehende Obdachlosenheim durch eine Holzaufstockung mit zusätzlichen Schlafplätzen und kleinen Wohnungen als Übergang zur Selbstständigkeit. Die Dachkubatur orientiert sich an den Nachbargebäuden und übernimmt das ruhige Satteldach für eine stimmige Einbindung. Der Bestand bleibt weitgehend erhalten, die Tragstruktur wird weitergeführt und die Aufstockung zur Straße hin zurückhaltend hinter die Bestandswand gesetzt, sodass das Gesims und die Ziermauern der Jugendstilfassade sichtbar bleiben. Das Fassadenraster mit Pilastern wird aufgenommen, während sich die neuen Geschosse zum Hof hin mit bodentiefen Fenstern öffnen.
Ein neuer Durchgang im Tiefparterre sowie ein Stiegenhaus mit Lift schaffen barrierefreien Zugang und strukturieren auch die übrigen Grundrisse als zentrale Achse mit Gemeinschaftsbereichen, die Begegnung ermöglichen und zugleich als Ausweichräume dienen. Die Erschließung innerhalb der Geschosse erfolgt über den bestehenden Mittelgang. Tageslicht gelangt über Glasböden, Oberlichter und Gauben in die Gangzonen. Dabei entstehen in den Schlafsälen Vorzonen mit Waschbecken als klare Pufferzonen zwischen dem öffentlichen Gang und den privaten Schlafbereichen. In den Kleinwohnungen übernehmen Eingangsbereiche mit eigenem Bad diese Funktion. Diese Vorzonen strukturieren den Übergang von Öffentlichkeit zu Privatheit und tragen zur räumlichen Differenzierung bei.
Wintersemster 2025/26
Masterstudio
Kaden, Dengg, Melzer