Der industrielle Wohnungsbau der DDR zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, Serien und wiederkehrende Strukturrhythmen aus. In den Berliner Plattenbauten manifestieren sich Ordnung, Wiederholung und Dauerhaftigkeit. Inmitten des Geflechts, das durch die beschriebenen Aspekte gekennzeichnet ist, markieren die frühen IW-Typen eine Phase des Übergangs. Ihre limitierte, realisierte, konstruktiv nüchterne und modular angeordnete Ausführung ist durch die serielle Logik vorgefertigter Bauelemente geprägt.
Der Typ IW-57 repräsentiert die systemische Rationalität und fungiert als Ausgangspunkt für eine neue Schichtung. Die Aufstockung des IW 57 zielt darauf ab, den bestehenden Bestand fortzuschreiben und zu erweitern. Das Ziel besteht in der Schaffung neuen Wohnraums, der in behutsamer Verschränkung mit Tragstruktur, Nutzung und dem städtischen Kontext entsteht. Im Rahmen einer detaillierten Systemanalyse erfolgt die Entwicklung von Konzepten, welche die Tragstruktur, die Bauphysik sowie die Prozessanforderungen des Holzbaus als integralen Bestandteil berücksichtigen. Holz fungiert als primäres Konstruktionsmaterial. Vom Konzept bis ins Detail werden System, Elemente und Verbindungen als Teil eines präzisen, vorgefertigten und kreislauffähigen Bauprozesses gedacht, der Effizienz, Materialbewusstsein und räumliche Qualität in ein Gleichgewicht setzt.
Sommersemester 2026
Integral Design Studio - Holzbau (149.666)
Kaden, Melzer