HARTE SCHALE - WEICHER KERN

Patrick Krenslehner, Rui Alvez, Oskar Worbis

 

Im 18. Wiener Gemeindebezirk gelegen soll die bestehende Obdachlosenunterkunft „zweite Gruft“ aufgestockt werden. Das Gebäude in der Lacknergasse 98 wird zu einer ersten Anlaufstelle und Ankerpunkt für Menschen in einer schwierigen sozialen Situation erweitert. Das bestehende Programm wird um Beratungsstellen und Vermittlungshilfen ergänzt, gleichzeitig wird das Angebot an kurzfristigen, niederschwellig erreichbaren Notschlafstellen aufgestockt. Als wichtigstes Bedürfnis wird die Privatsphäre gesehen: Nach der Erfahrung ohne geschützten Rückzugsraum schafft das Projekt „Harte Schale / Weicher Kern“ einen solchen in einem öffentlichen Rahmen. Effiziente und absolut private Räume mit minimaler Ausstattung – Bett und Stauraum für ein bis zwei Nächte – werden klar abgegrenzt, während gemeinschaftlich genutzte Bereiche unterschiedlich abgestufte Öffentlichkeiten ermöglichen.

Diese Prinzipien werden räumlich durch zwei Schichten von Einzelzimmern umgesetzt, die von der Fassade abgerückt sind und vorgelagerte Gemeinschaftsbereiche bilden. Diese ermöglichen Aufenthalt, Veranstaltungen und Beratung auch untertags. Gemeinschaftsbereiche werden durch Belichtung und Querbezüge verknüpft, etwa über Wendeltreppe und Oberlicht. Die Konstruktion erfolgt auf bestehenden Wänden mit HEA-Trägern, Holzbalken im Raster und vorgefertigten Balkendecken. Holztafelbauwände mit integrierten Stützen bilden den Raumabschluss und machen das Tragwerksraster sichtbar.

Wintersemster 2025/26
Masterstudio
Kaden, Dengg, Melzer

zur Aufgabenstellung