Campus als Ort der Begegnung 

Der „Inffeld Campus“ ist in der Entstehungsgeschichte der TU Graz der dritte, modernste und größte Standort. Charakteristisch ist die Lage, die sich durch den benötigten Platzbedarf erklärt – außerhalb der Innenstadt, im Stadterweiterungsgebiet des ausgehenden 20. Jhdt. Aufgrund des großen lokalen Flächenangebotes mutierte das Areal zu einem eher unkontrolliert gewachsenen Campus mit einem Überangebot ungenutzter Freiflächen, die vorwiegend als Parkplatz genutzt werden. Der Campus verfolgt das Grundkonzept eines „Pavillonsystems“ mit Solitärbauten dem leider eine spürbare Mitte und Vernetzung mit der „außeruniversitären“ Nachbarschaft fehlen. Die Erschließung des Areals erfolgt ausschließlich über die Freiflächen und die EG-Zonen der Gebäude. Aufgrund des ungenutzten Freiflächenpotentiales, fehlender Gastronomie, fehlenden Sportangebot und fehlender Treffpunkte für Studierende, Mitarbeiter und Bewohner der Umgebung, erweist sich der Campus als wenig kommunikativ, lebendig und sozial. Deshalb hat sich der Nachhaltigkeitsbeirat der TU Graz, die HTU und das Institut für Städtebau dazu entschlossen den Campus zum Leben zu erwecken, die Grenzen zur Nachbarschaft aufzubrechen, die EG-Zonen der Gebäude und die ungenutzten Freiräume zu aktivieren. Funktionieren kann dies nur über eine Neuprogrammierung dieser öffentlichen Räume. 

Die Masterarbeit hat die Aufgabe eine Strategie zur sozialen Aktivierung und urbanen Entwicklung basierend auf Ebene der EG-Zone und Freiflächen des Campus zu entwickeln. In diesem Zusammenhang soll ein zukunftsfähiges Transitionskonzept für die schrittweise Belebung und Entwicklung des Campus erarbeitet werden.
 

Barrierefreie Gastgärten in Graz

Im Zentrum der Masterarbeit stehen der öffentliche Alltagsraum, Kulinarik und Menschen mit Behinderung. Viele von uns verbringen gerne den einen oder anderen Moment in einem Gastgarten, sei es zum Essen, zum Treffen von Freunden, oder einfach zum Genießen und Beobachten. Gastgärten sind ein zentraler und wichtiger Bestandteil unseres urbanen öffentlichen Lebens, sie sind Treffpunkt, Zentrum des Genusses und der Kommunikation. Sie beleben und prägen unseren urbanen Raum, doch das Design und der Zugang erweisen sich oftmals für viele Mitmenschen als unbrauchbar und als tägliche Herausforderung. Es bedarf meist an entsprechendem Platzangebot, Mobiliar und Hilfe um das gewünschte Ziel überhaupt erst zu erreichen und nutzen zu können. Damit Menschen mit Behinderung ein „Leben wie andere auch“ leben können, was vor allem „Selbstbestimmung“ bedeutet, bedarf es einer adäquaten Umwelt. D.h. man muss die Voraussetzungen für sie und ihre Angehörigen soweit verbessern, sodass sie am normalen Leben teilhaben können.

Die Masterarbeit hat die Aufgabe eine übergeordnete urbane Strategie und ein Vorzeigemodell zu entwickeln die Lösungsmöglichkeiten für verschiedene alltägliche Problemsituationen hinsichtlich der barrierefreien Nutzung von Gastgärten in Innenstädten anbietet. In diesem Zusammenhang sollen anhand konkreter Fallbeispiele Empfehlungen und Lösungsansätze für die schrittweise Verbesserung eines barrierefreien öffentlichen Raumes in der Innenstadt erarbeitet werden.

Der gründerzeitliche Vorgarten von morgen

Im Rahmen der gründerzeitlichen Stadterweiterung im 19. Jhdt. wurde der Vorgarten ein Symbol und wichtiger Bestandteil des bürgerlichen Bauens und Lebens in Graz. Neben der Funktion als Nahtstelle zwischen dem öffentlichen Straßen- und privatem Wohnraum war er auch Visitenkarte der Hausbesitzer. Er galt nicht nur als wichtiges Element des Fassadenbildes, sondern er charakterisiert bis heute ganze Straßenzüge und Stadtviertel. Durch diesen Umstand erhält der innerstädtische Vorgarten einen besonderen Stellenwert für die Gestaltung des öffentlichen Freiraumes und zugleich für das Mikroklima der Stadt.

Der Naturschutzbund Steiermark hat in den Jahren 1998 bis 2003 im Auftrag der Grazer Stadtplanung die Vorgärten der Grazer Gründerzeitviertel (ca. 800) detailliert erhoben und dokumentiert. Da in den letzten Jahrzehnten immer mehr dieser einstigen Vorgärten der Versiegelung und Parkplatznutzung, sowie Neubauten ohne Vorgärten weichen mussten, hat sich der Naturschutzbund Steiermark und das Institut für Städtebau der TU Graz dazu entschlossen das Thema der Grazer gründerzeitlichen Vorgärten wieder in den Fokus der Stadtplanung zu rücken.

Die Masterarbeit hat die Aufgabe eine übergeordnete urbane Strategie für den Umgang mit bestehenden und zukünftigen innerstädtischen Vorgärten als urbanes Gestaltungselement zu entwickeln, die ihren Beitrag zum öffentlichen Stadtraum leisten. In diesem Zusammenhang sollen anhand konkreter Fallbeispiele Empfehlungen für die schrittweise Entwicklung des GRAZER GRÜNDERZEITLICHEN VORGARTEN VON MORGEN erarbeitet werden.