INTEGRALE LANDSCHAFT - PALMAS, TOCANTINS

2017-2022
PROJEKTLEITUNG:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft
PROJEKT PARTNER:
Institut für Architektur unfd Landschaft, Technische Universität Graz/ Instituto Planejamento Urbano Palmas / Universidade Federal do Tocantins.
FINANZIERT VON:
Inter-American Development Bank

Wenn die Trennung von Stadt und Lebensraum (einem Konstrukt der Moderne), grundlegend in Frage gestellt wird – vielfältige Synergien von urbaner Form, Prozessen, Performanz und Akteuren werden möglich.

Angesichts der einsetzenden Klimaveränderung wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf eine Designstrategie verlagern, bei der die Landschaft zu einer formgebenden Kraft unserer kulturellen Praxis wird.

Die Landschaft wird dann von der passiven Kulisse zu einer "gestaltenden Kraft" innerhalb der zukünftigen Entwicklung der Stadt. Diese strategische Positionierung der Landschaft beeinflusst urbane Ziele und Anforderungen durch die Entwicklung nachhaltiger und ökologischer Leitlinien - ganzheitliches Denken über die Umwelt und unsere gesellschaftliche Entwicklung.

Basierend auf diesem Ansatz entwickelte das Institut für Architektur und Landschaft (ia&l) das ganzheitliche Konzept für das 600 Hektar große Gelände in der Stadt Palmas, Brasilien. Die Stadt ist die Hauptstadt des 1989 gegründeten Bundesstaates Tocantins und hat heute rund 280.000 Einwohner. Durch die Lage in der Übergangszone zwischen dem Amazonas-Regenwald und dem Cerrado (Buschland), wechselt das subtropische Klima zwischen Regen- und Trockenzeit.

Das Projekt Integrale Landschaft in Palmas ist eine einzigartige Gelegenheit, Strategien für einen landschaftsbasierten Städtebau zu entwickeln, die als Bindeglied zwischen verschiedenen Themen wie Nachbarschaftsidentität, Wirtschaftswachstum und Ökologie des Klimawandels dienen können.

Nachdem sich lokale Experten, Interessenvertreter, Vertreter der Stadtplanungsabteilung und das Institut für Architektur und Landschaft zu einem gemeinsamen Workshop in Palmas getroffen hatten, wurden im anschließenden Masterstudio erste Gestaltungskonzepte und Strategien entwickelt. Nach einer kontinuierlichen Designentwicklung wurde das Projekt den Partnern in Brasilien vorgestellt und anschließend in ihren städtebaulichen Masterplan 2025 aufgenommen.

Die umfangreiche Entwurfsarbeit ist im Design-Handbuch „Paisagens Integrativas Palmas“ zusammengefasst (TU Graz Verlag).

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OUT THEN IN

2017
PROJEKTLEITUNG:

TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft
PROJEKTPARTNER:
DATFER / Hornbach Baumarkt GmbH / Schwarzl-Gruppe / Stermitz Verpackungen
FINANZIERT DURCH:
Universalmuseum Joanneum
Österreichischer Skulpturenpark

Zu Gast im Österreichischen Skulpturenpark Unterpremstätten des Universalmuseums Joanneum, Graz interagiert das LandLab des Instituts für Architektur und Landschaft mit der Skulptur „In Then Out“ der Klasse Tobias Rehberger.

Den Beginn der Intervention markiert das Verhüllen von Rehbergers Skulptur. So wird die bestehende Skulptur zur statischen Struktur im Microklima eines Folienglashauses. Mit dem Setzen von Kulturpflanzen unserer industrialisierten Landwirtschaft wird eine Veränderung der Skulptur über den Wachstumszyklus der Pflanzen hinweg in Gang gesetzt. Während des Zeitrahmens der Intervention wachsen Maispflanzen dann bis in eine Höhe in der die Skulptur durch das dichte Raster der Pflanzen langsam vereinnahmt wird und schließlich in ihrer Objektform verschwindet. Innerhalb des Kreises von wachsenden Pflanzen verbindet sich die statische Fragmentiertheit von Rehbergers Skulptur in diesem Prozess langsam zu einem umfassenden und lebenden Volumen.

 

Die Maispflanzen werden so in den originären Kontext des Skulpturenparks eingewoben und gedeihen in seiner – physischen wie auch metaphorischen – Atmosphäre. Sie können so als lokales Artefakt erkannt werden, dessen Künstlichkeit spezifisch im Grazer Feld (OUT) beheimatet ist und als künstlich auf ihre Effizienz hin gesteigerte Agrarpflanze nun mit der Künstlichkeit des Skulpturenparks (IN) interagiert. OUT THEN IN.

Die Intervention des ia&l entwickelt sich so von der skulpturalen Form hin zur Per-form-anz, bei der die Pflanzen als handelnde Akteure erkannt werden. Mit diesem Augenmerk können neue gestalterische Handlungsräume zwischen Kultur und Umwelt sichtbar werden.


RURBAN CITY

2013-2014
PROJEKTLEITUNG:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft, fruitmap.at
PROJEKTPARTNER:
TU Graz – Institut für Zeitgenössische Kunst / Hortelões Urbanos / Árvores Vivas Come-se/Neide Rigo u.v.a.
FINANZIERT DURCH:
Bundeskanzleramt – Kunst und Kultur / Land Steiermark – Kultur, Europa, Außenbeziehungen (A9) / TU Graz – Internationale Beziehungen und Mobilitätsprogramme

DESIGN YOUR FREE LOCAL MENU!
ÖSTERREICHISCHER BEITRAG 10. ARCHITEKTURBIENNALE IN SÃO PAULO

„Design your free local menu!“ entstand aus fruitmap.at, einer Online-Plattform, die auf die Potentiale unseres innenstädtischen Grüns aufmerksam machen soll. Während fruitmap.at durch das Aufzeigen von Obstgehölzen im öffentlichen Raum die urbane Erntelandschaft erschließt, sind „Design your free local menu!“ öffentliche Kochaktionen, bei denen Obst, Gemüse oder Blüten – das, was aktuell im öffentlichen Raum geerntet werden kann – für kulinarische Experimente verwendet wird. Jeder ist willkommen, Früchte mitzubringen und mitzukochen – unter Berücksichtigung einiger einfacher Regeln in Bezug auf das Ernten und das gemeinschaftliche Kochen.

Ursprünglich als Ergänzung der virtuellen Plattform fruitmap.at und zur Aktivierung lokaler Erntegemeinschaften gedacht, wurde mit einzelnen Veranstaltungen unter der Bezeichnung „Design your free local menu!“ begonnen. Es sind explizit temporäre kulturelle Veranstaltungen die auf die wertvollen Ressourcen unseres öffentlichen Raumes aufmerksam machen sollen. Durch das bewusste Gestalten – Designing – von Orten, Happenings und geschmackvollen Menüs, soll öffentliche grüne Infrastruktur wertgeschätzt und gefeiert werden, sind sie doch für die Zukunft unserer Innenstädte von zentraler Bedeutung.

„Design your free local menu!“ versucht bewusst ungewohnte Areale und Räume zu bespielen, wie urbane Brachen oder Verkehrsinseln. Das gemeinschaftliche Kochen mit Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Sozialisation ist bewusst initiiertes und gefördertes Beiprodukt. Die Menüs selbst sind dabei immer unterschiedlich, entsprechend dem urbanen Umfelds und der Saison – ob Blütenbuffet auf dem Schlossberg, Salate und Beeren-Kompott auf einem brachliegenden Baufeld oder Fall-Obst-Kuchen entlang einer Allee.

10. Architekturbiennale São Paulo

Zur 10. Architekturbiennale in São Paulo wurde das Dach des Veranstaltungsortes Centro Cultural de São Paulo (CCSP) durch „Rurban City: Design your free local menu!“ bespielt. Eine experimentelle Küche wurde eingerichtet, die Aktionsplattform, Ausgangspunkt für Veranstaltungen und Ort für Debatten war. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Institut für Zeitgenössische Kunst der TU Graz, sowie mit lokalen Akteuren und Initiativen durchgeführt, u.a. mit Hortelões Urbanos, Árvores Vivas und Come-se/Neide Rigo.

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GREEN4CITIES

2012-2015 
PROJEKTLEITUNG:
Tech Metall Erzeugungs- und Handel u. Montage GesmbH
PROJEKTPARTNER:
BOKU Wien, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau / Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Environmental Modelling Group / Universität Kassel, Fachgebiet Umweltmeteorologie / WSGreenTechnologies GmbH / Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz / Sekem Energy GmbH / TU Graz, Institut für Architektur und Landschaft
FINANZIERT DURCH:
EraSME aus Mitteln des Programms COIN

DEVELOPMENT OF AN EVALUATION TOOL FOR GREEN INFRASTRUCTURE AND THEIR POSITIVE EFFECTS DERIVED FOR CITIES WORLDWIDE.

Ziel des Forschungsprojektes Green4Cities ist es, eine international anwendbare Evaluierungsmethode sowie ein Planungstool für Städte zu entwickeln. Diese Technologie wird den Namen „Green Pass“ tragen und soll helfen, die negativen Auswirkungen des Klimawandels und des verdichteten Städtebaus durch den Einsatz von Pflanzen zu minimieren. Das Tool wird aus den potenziellen Varianten für die Klimaanpassung des urbanen Raumes die ressourcenschonenste Lösungen identifizieren. Dadurch soll die grüne Branche gestärkt, aber auch die Lebensqualität, Sicherheit und regionale Wirtschaft verbessert werden.

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MANERGY

2011-2012
PROJEKTLEITUNG:
EU-Regionalmanagement Oststeiermark
PROJEKTPARTNER:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft
FINANZIERT DURCH:
Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und Land Steiermark, finanziert im Rahmen des Förderprogramms “Central Europe”

REGIONALE ERNEUERBARE ENERGIERESSOURCEN IN DER OSTSTEIERMARK

Im Rahmen des Central Europe Projektes „MANERGY“ wurde die Oststeiermark umfassend hinsichtlich regionaler erneuerbarer Energieressourcen untersucht. Das Institut für Architektur und Landschaft war für die Konzeption, Erfassung, Analyse und Darstellung von Datengrundlagen und deren Verknüpfung (für die Nutzung in Online-Karten) verantwortlich. Ziel war das Aufzeigen ungenutzter Potentiale in der Energielandschaft.

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SOZIALE WÄRME

2010-2013 
PROJEKTLEITUNG:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft  
PROJECTPARTNER:
terrain: architekten und landschaftsarchitekten PartG, Graz/München / TU Graz – Institut für Prozess- und Partikeltechnik
FINANZIERT DURCH:
Akademie Graz (WB)

KOOPERATIVE ALLMENDE STYRIA ABWÄRME WIRD ZUR RESSOURCE

Das Projekt behandelt das Thema Abwärme als Energieressource und versteht sich als Diskussionsbeitrag zum Umgang mit Energie und sozialer Verantwortung. Ausgangspunkt für die Bearbeitung war der Bau des Gaskraftwerks Mellach II im Süden von Graz im Jahr 2010, bei dem ein großer Teil der entstehenden Abwärme in den Fluss Mur und die Atmosphäre abgegeben werden sollte.

Die „Kooperative Allmende Styria“ ist auf einer 140 ha großen Fläche, ein Gebiet größer als die Grazer Innenstadt, in der Nähe des Kraftwerks Mellach konzipiert. Die Größe der Fläche verdeutlicht dabei die Menge der ungenutzten Wärmeenergie des Kraftwerks. Das Projekt sucht nach neuen, alternativen Wegen, die Abwärme zu nutzen und diese neuen Nutzungen in die lokale Energieproduktion und -Infrastruktur zu integrieren. Im Gegensatz zu einer monofunktionalen Makrostruktur zeigt das Projekt anhand von Mikrogeschichten eine Vielzahl von kleinen Initiativen und Praktiken auf, die sich zu einer hybriden Struktur vereinen. Organisiert als ökologisch wirtschaftende Kooperative ist die Allmende Styria dem Gemeinwohl verpflichtet und mit den umliegenden Gemeinden und Landschaften synergetisch vernetzt. Regionale Rohstoffe wie Holz und Schnittgut werden hier zur Energie-Erzeugung genutzt bzw. zu nutzbaren Energieträgern verarbeitet. Zudem versteht sich die Allmende als Initiative in der Steiermark für eine regionale Ökonomie der Nahrungsmittel- und Energieproduktion.

Für den jährlichen Nahrungsmittelkalender lokaler Früchte und Getreide bietet die Allmende Nahrungsmittel, die in den kalten Monaten des Jahres aus fernen Ländern importiert werden müssten. In Analogie zum „watershed“ – dem Zuflussgebiet eines Wasserlaufes zwischen den Wasserscheiden – wird hier die Entwicklung eines „energyshed“, für eine regionale Energieversorgung mit Algen und steirischem Holz sowie eines „foodshed“, einer regionalen Versorgung mit Lebensmitteln, vorgeschlagen, um dem globalen Transport von Nahrungsmitteln entgegenzuwirken und eine regionale Identität wiederzufinden.

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INTEGRAL E+

2010-2013
PROJEKTLEITUNG:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft

PROJEKTPARTNER:
TU Graz – Institut für Prozess- und Partikeltechnik, Arbeitsgruppe Prozessbewertung / Thermenland Steiermark Marketing GmbH / Gemeinde Bad Blumau / Regionalmanagement Oststeiermark – Verein zur Förderung der Regionalentwicklung / Ökocluster
FINANZIERT DURCH:
Klima- und Energiefonds, durchgeführt im Rahmen des Programms „Neue Energien 2020“

 

GRUNDLAGEN FÜR DIE REGIONALE KONZEPTION, GESTALTUNG UND INTEGRATION ALTERNATIVER ENERGIEANLAGEN IN DER ÖSTERREICHISCHEN KULTURLANDSCHAFT – EINE TRANSDISZIPLINÄRE ZUSAMMENARBEIT VON FORSCHUNG, LEHRE MIT EXPERTEN UND LOKALEN AKTEUREN.

Der Ressource Landschaft kommt als Energieträger immer stärker wachsende Bedeutung zu. Orts- und Landschaftsbild als wichtige Stützen der europäischen Kulturlandschaft, sowie als touristische und damit wirtschaftliche Ressource stehen vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung.

Die Veränderungen des Landschaftsbildes werfen Fragen zur gesellschaftlichen, touristischen und individuellen Akzeptanz auf.

Das Projekt INTEGRAL E+ folgte der Frage, welche Kriterien der Konzeption, Gestaltung und Integration alternativer Energieanlagen entwickelt werden müssen, um eine nachhaltige Umsetzung und Identifikation mit einem zukunftsfähigen Orts- und Landschaftsbild zu ermöglichen.

MOTIVATION:

Mit dem Forschungsvorhaben INTEGRAL E+ sollte die Einführung neuer Technologien positiv, als kultureller Mehrwert, positioniert werden. Mittels der Entwicklung der entsprechenden landschaftlichen und baulichen Typologien und daraus folgenden Visionen spezifischer neuer Orts- und Landschaftsbilder. Bestehendes Wissen durch praktische Anwendungen (lokale Akteure) soll stärker mit dem Wissen von Experten und dem Potential der Forschung und Entwicklung sowie den Möglichkeiten der Lehre verknüpft werden. Neue Formen kooperativer Lernprozesse können einen Weg darstellen, diesen komplexen Aufgaben zu begegnen und für eine nachhaltige Entwicklung sorgen.

PROJEKTREGION:

Die Oststeiermark, insbesondere die Region um Bad Blumau, wurde entsprechend diesem Vorhaben gezielt ausgewählt, da sie ihre wirtschaftliche Prosperität der vergangenen Jahrzehnte dem Thermentourismus verdanken.

Den inhaltlichen Ausgangspunkt bildete die in der regionalen Wahrnehmung aufkommende Diskrepanz zwischen der Unterstützung zunehmend industrieller Perspektiven für eine Region und der Erhaltung historischer kleinbäuerlicher Strukturen, sowie der Fokussierung auf den Thermen- und Kur-Tourismus mit hohen Anforderungen an die regionale Landschaft, bzw. das Landschaftsbild und die Landwirtschaft.

WISSEN GENERIEREN, VERMITTELN, VERFÜGBAR MACHEN:

Mit der „integralen Lehre“ wurde ein Format in den Mittelpunkt gerückt, welches lokales, handwerkliches und landwirtschaftliches Wissen, pragmatisches Handeln, sowie akademische Neugierde und Möglichkeitsdenken zusammenbringen kann. Über ein verhältnismäßig breites Projektkonsortium wurden Konzepte und Vorschläge auf unterschiedlichen politischen Ebenen der Region vorgebracht.

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RURBANE LANDSCHAFTEN

2010
PROJEKTLEITUNG:
TU Graz – Institut für Architektur und Landschaft

PROJEKTPARTNER:
terrain: architekten und landschaftsarchitekten PartG, Graz/München

BEBAUTE FELDER

Nach einer Dekade der vielfältigen Kritik an der suburbanen Siedlungsform scheint es an der Zeit die mögliche Adaption, Intensivierung und Verknüpfung alltäglicher Tätigkeiten und Potentiale dieser unausweichlichen Realität zu untersuchen und zu entwickeln. Mit der notwendigen Neukonzeption der Ressource der regionalen Landschaft als Energieträger und lokalen Nahrungsmittelquelle der Zukunft, befindet sich auch die Ressource Orts- und Siedlungsform vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Gerade der hybride „rurbane“ Raum bietet ein Potential zur möglichen Synthese das ausgelotet und entwickelt werden muss. Das LANDLAB versteht diese Aufgabenstellung als Chance das zukunftsweisende Paradigma der regionalen Verortung von Nachhaltigkeit/Energie/Versorgung als kulturformenden Prozess zu gestalten.

Feldmoching im Münchener Norden, in unmittelbarer Nähe zu Grüngürtel und aktiver Landwirtschaft, bietet hier eine besonders interessante Ausprägung eines suburbanen Siedlungsfeldes. Innerhalb des extrem heterogenen Siedlungsmusters integrieren sich funktionsfähige, wenn auch fragmentierte Formen landwirtschaftlicher Nutzung zu topologischen Ansätzen einer potentiell zukunftsfähigen Siedlungsform. Weder urban noch rural in seiner Ausprägung, verbindet Feldmoching vielfältige Qualitäten und Charakteristika aus den bislang als paradigmatisch gegensätzlich gedeuteten Strukturen. Das Forschungsprojekt am Institut für Architektur und Landschaft befasst sich mit diesem heterogen besiedeltem Gebiet Feldmochings und dessen möglichem Potential zur integrativen Entwicklung im Spannungsfeld Stadt und Land – bei gleichzeitiger Adaption zu einem zukunftsfähigen Siedlungsmodell der Metropolregion. Energie- und Stoffproduktion, Stoffzyklen und Verwertungsketten, die Integration lokaler Lebensmittelerzeugung in die örtliche Wertschöpfungskette, die Entwicklung baulicher und landschaftlicher Leitbilder, sind ebenso Teil der Aufgabenstellung wie auch die soziale, regionale Verortung und Identitätsbildung im rurbanen Raum.

Unser Augenmerk bei der Annäherung an den rurbanen regionalen Maßstab liegt auf der „Kleinheit“ der systemischen Bezüge in der sich unserer Lebenswelt artikuliert. Auch kleine Praktiken des Alltags, des privaten Erntens, Kleinunternehmertum, Mikropraktiken des Sammelns und Recycelns beispielsweise, sind deshalb bemerkenswerte Bausteine dieses Gestaltungsansatzes. Die kleinen Parzellen des Masterplans für Feldmoching bieten dabei jeweils Raum für Wohnen sowie eine dazugehörige Grünfläche für Nahrungsmittel- und Energieproduktion.

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RADIOLARIA - EMERGING REALITIES

2010
PROJEKTLEITUNG:

TU Graz - Institut für Architektur und Landschaft
PROJECTPARTNER:

terrain: architekten und landschaftsarchitekten PartG, Graz/München
TU Graz – Institut für Prozess- und Partikeltechnik

A FUTURE SCENARIO OF ECOSYSTEMS INFRASTRUCTURE AND ENERGY LANDSCAPE FOR THE VENICE LAGOON

Das Projekt thematisiert die kulturelle Dimension der bevorstehenden Ökologie- und Rohstoffwende.

Die Lagune von Venedig existiert seit Jahrhunderten als „urbaner Archipel“. Sie stellt mit ihrem reichen Ökosystem für uns einen anschaulichen Ort dar, um neue systemische Szenarien in Bezug zu praktizierter kultureller Überformung zu entwickeln. Im Streben nach den meist geschätzten Waren unserer Zeit – Energie und Nahrung – fasst unser Vorschlag den Archipel der Lagune als Prototyp für ein zukünftiges metropolitanes Regionalsystem ins Auge und macht sich dabei das lokale Wissen und die bestehende Infrastruktur zunutze.

Durch eine neue produktive Landschaft, die eine regionale Gemeinschaft kleiner Siedlungen tragen kann, soll ein ganzheitliches und ökologisch stabiles System entstehen, das auf der vorhandenen Biodiversität und Produktion aufbaut. Im Rahmen dieses Szenarios wird die Lagune zu einer extensiven „Arbeitsressource“, in der Ökosysteme, Energiekreisläufe und menschliche Aktivitäten energetisch und ökologisch nachhaltig sind.

Natürliche Prozesse, menschliche Aktivität und Technologie interagieren und schaffen so die Gelegenheit zur Sanierung, Restaurierung, Erneuerung und erneuter Verbindungen. Venedigs Lagune wird zu einem Netzwerk simultaner Einflüsse, ein prototypischer „Ort der Verwandtschaft und des Dialogs“ (Massimo Cacciari).

Die hierfür entwickelten hybriden Projekte zeichnen sich aus durch die Vernetzung von Technologie, Ökologie und sozialer Praxis. Dabei deckten sie Narrative auf, die tief in der lokalen Landschaft und Kultur verwurzelt sind.

Diese Mikro-Geschichten sollen zeigen, wie im Zusammenhang der Rohstoff- und Energiewende – aus lokalem Wissen, Geschichte und Alltag – Zukunft geschrieben werden kann oder besser eine Vielzahl von „Zukünften“ als gelebte Kultur.

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