OASIS: THE GREEN DESERT

DESIGNING ARCHITECTURAL PROTOTYPES FOR DESERT ENVIRONMENTS

Landlab CASE (153.805)
Prof. Klaus K. Loenhart
Maria Chiara Pastore, PhD (Politechnico di Milano, IT)

Mehr als 20 Prozent der Erdoberfläche sind Wüsten – und Wüsten wachsen! Trotz der Wissens, dass Wüstenbildung wesentlich durch menschliches Handeln verursacht wird, trägt Desertifikation noch immer dazu bei, dass landwirtschaftliche Gebiete ineffizient werden und damit Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt entziehen. Beispiellose Formen und Umfänge von Migrationsbewegungen werden zu einem großen Teil von anthropogen-klimatischen Bedingungen verursacht, die zu prekären Situationen auf sozialer, politischer, ökologischer und gesundheitlicher Ebene führen und oft die Frage des bloßen Überlebens stellen.

Seit den 1970er Jahren ist es nur wenigen Projekten gelungen, diesen Herausforderungen in einer positiven und inklusiven Form zu begegnen und Praktiken zur Verbesserung lokaler und globaler Situationen zu entwickeln: Durch kooperative Wiederaufforstungsprojekte in Afrika konnten beispielsweise Bodentemperaturen reduziert, Windströme verändert und Regenfälle erhöht werden. Diese Projekte legen uns eine andere Denkweise nahe, in der Wüstengebiete in blühende, zukunftsorientierte Modellregionen transformiert werden.

CASE: OASIS - The Green Desert will aktuelle Herausforderungen, Realitäten und Zusammenhänge nun weiter behandeln und Werkzeuge und Strategien entwickeln, um Wüsten zu einem integrativen Medium zu machen, das innovative Lösungen und kreative Lebenswelten für die Begegnung mit unserem anthropozänen Planeten vorschlägt. Die innerhalb des 15. Breitengrads situierte Lehrveranstaltung wird innovative architektonische Prototypen entwerfen, die lokale Bedingungen, Ressourcen, Vegetation, Klima, Biodiversität und soziale Strukturen miteinander verbindet und kreative, innovative Technologien wie auch kooperative lokale Praktiken miteinbezieht.

CASE: OASIS - The Green Desert versucht, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt grundlegend neu zu denken, in der Kultur und Natur nicht länger ein dialektisches Paar von Gegensätzen mit scheinbar unvereinbaren Interessenkonflikten darstellen. Natur und Landschaft, ihre Ökologien und Dynamiken können stattdessen zu einem integralen Bestandteil unserer gesellschaftlichen Ambitionen und Entscheidungen werden – eine prekäre Situation voller Überfluss und eine Architektur lebendiger räumlicher Praktiken! Eine grüne Wüste!

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PAZIFIK

GESTALTUNG EINER BLAUEN ÖKOLOGIE

Landlab CASE (153.804)
Prof. Klaus K. Loenhart
Univ. Ass. Bernhard König

Der Pazifische Ozean ist der größte und tiefste Ozean der Erde und bedeckt 35% ihrer Oberfläche. Der Pazifik, der den Anschein erweckt sich weit über die Grenzen unserer
globalen Landkarten zu erstrecken, beherbergt jedoch große ökologische Herausforderungen.

Insel-Systeme und Archipele - ganze Nationen wie Kiribati oder Tuvalu - stehen vor dem Aussterben, da sie aufgrund des steigenden Meeresspiegels ständig überflutet werden. Gleichzeitig bilden große Müllhaufen aus Kunststoffabfällen bereits Inseln, deren Fläche heute größer ist als Frankreich. Darüber hinaus ist der Pazifische Ozean geformt und von einem Ring aus geologischen Plattengrenzen und Vulkanen umgeben, die regelmäßig zu Erdbeben und Tsunamis führen.

 
 
 

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WASSER

NEU ENTSTEHENDE LANDSCHAFTEN IN PALMAS, BRASILIEN

Landlab CASE (153.805)
Prof. Klaus K. Loenhart
Univ. Ass. Andreas Boden
Univ. Ass. Bernhard König
Univ. Ass. Tobias Brown

Während der Jahreszeit ändern sich die klimatischen Bedingungen in Palmas, Brasilien, dramatisch (Regen- bis Trockenzeit). Palmas wurde 1990 als Hauptstadt des neuen Staates Tocantins gegründet und trägt das Erbe eines viel älteren Beispiels der modernistischen Stadtplanung. Ähnlich wie die modernistische Ikone Brasilia wurde der Landschaft ein urbane Ordnung eingeschrieben. Die Stadt wächst seither auf einem Straßenraster mit einer Blocklänge von 700 Metern. Im Jahr 2003 wurde ein Wasserkraftwerk gebaut, um Strom für den wachsenden städtischen Bedarf zu produzieren. Der neu entstandene Stausee schuf nicht nur plötzlich eine neue Zäsur für die Stadt, sondern erzeugte auch eine städtebauliche Bedingung für eine Beziehung mit dem Wasser. In dieser Zwischenzone soll nun eine neue öffentliche Landschaft gestaltet werden, die die Stadt Palmas mit dem angrenzenden Seeufer verbindet. Umwelt und Landschaft werden zu Protagonisten erhoben, und die Praktiken aller Akteure werden auf neue Weise miteinander verknüpft. Ziel des Projekts ist es, neue vielschichtige Landschaftstypologien für die Stadt Palmas zu entwerfen und ein neues Potenzial in der Beziehung zwischen der Stadt und ihren natürlichen Akteuren zu entfalten.

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SUPER.DRY

VON DER WÜSTE IN AFRIKA LERNEN

Landlab CASE (153.804)
Guest Prof. Bas Smets
Prof. Klaus K. Loenhart
Univ. Ass. Bernhard König
Univ. Ass. Lisa Maria Enzenhofer

Mehr als 20 Prozent der Erdoberfläche sind von Wüste bedeckt. Ihre kontinuierliche Expansion führt dazu, dass wichtige landwirtschaftliche Flächen ineffizient werden und damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen verloren geht. Ländliche Abwanderung und neue Formen der Migration sowie Klimaflüchtlinge sind die zunehmend dramatischen Folgen.

Erst im September dieses Jahres erinnerte uns US-Außenminister John Kerry daran: „You think migration is a challenge in Europe today because of extremism, wait until you see what happens when there‘s an absence of water, an absence of food, or one tribe fighting against another for mere survival!“ Die Desertifikation gilt seit langem als anthropogen, d.h. durch menschliches Handeln verursacht. Seit den 1970er Jahren gibt es vielversprechende Projekte, die sich darauf konzentrieren, Wüsten wieder urban zu machen und das Wetter vor Ort zu beeinflussen.

Durch kooperative Aufforstungsprojekte in Afrika sinken die Bodentemperaturen, Windströmungen ändern sich und Niederschläge steigern sich. Durch gemeinsame Aktionen und innovative, widerstandsfähige Projekte können Wüstengebiete in Afrika in florierende Agrargebiete und zukunftsorientierte Modellregionen umgewandelt werden.

„The future belongs to Africa, because it seems to have happened everywhere else already?“ sagt Okwui Enwezor. Während die Bevölkerung in Europa allmählich immer älter und weniger wird, erlebt der afrikanische Kontinent ein enormes Wachstum. Bis 2050 soll sich die Bevölkerung auf bis zu zwei Milliarden verdoppeln. Dennoch leben etwa 60 Prozent der jungen Afrikaner ohne ein eigenständiges Einkommen.

Im Rahmen des Masterstudio Super.dry: Ausgehend von der Wüste in Afrika werden die spezifischen Lebensbedingungen anhand der physikalischen Landschaft untersucht. Geologie, Klimabedingungen, lokale Ressourcen und soziale Strukturen entlang des 15. Breitengrades von Dakar bis Sanaa werden der Ausgangspunkt für die Gestaltung zukünftiger Praktiken sein. Ziel des Masterstudios und Entwerfen 3 ist es, Architekturen im Zusammenhang mit der Wüste zu formulieren und die Integration einfacher, innovativer Technologien und kooperativer lokaler Praktiken zu fördern, um robuste Systeme zu entwickeln.

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