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Handlungsfeld Forschung

In der Forschung bietet Digitalisierung die große Chance, neue Methoden der Dissemination und ein effizientes Forschungsdatenmanagement nach Open-Science-Prinzipien zu entwickeln. Letzteres beinhaltet auch ein Regelwerk für den Zugriff auf die gesammelten wissenschaftlichen Daten. So dienen konkrete Umsetzungsprojekte der „Digitalen TU Graz“ als Basis für wettbewerbsfähige Forschung und Ausgangspunkt für neue wissenschaftliche Ansätze.

Das Kernprojekt im Handlungsfeld Forschung ist FAIR Data Austria, es läuft bis Ende 2022 und wird gemeinsam mit der TU Wien und der Universität Wien bearbeitet. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung fördert das Projekt.

FAIR Data Austria

Das Projekt fördert die Zusammenarbeit zwischen österreichischen Universitäten bei der Entwicklung kohärenter und solider Dienste für Forschungsdaten und unterstützt die nachhaltige Implementierung der European Open Science Cloud. Dabei spielen die FAIR-Data-Prinzipien eine wesentliche Rolle: Daten sollen auffindbar (Findable), zugänglich (Accessible), kompatibel (Interoperable) und wiederverwendbar (Reusable) sein.

Für ein den FAIR-Prinzipien entsprechendes Forschungsdatenmanagement (FDM; engl. Research Data Managament) ist es essenziell, den gesamten Lebenszyklus der Forschungsdaten – von der Generierung bis zur Archivierung – mit Fachwissen und den dazugehörigen Tools zu unterstützen. Daher fokussiert das Projekt erstens auf ein integriertes FDM, die TU Graz hat Ende 2019 eine entsprechende Policy für ihre Forschenden verabschiedet. Zweitens werden Repositorien für Daten, Publikationen und andere Forschungsergebnisse aufgebaut. Und drittens werden Trainings und Support-Services für ein effizientes FDM entwickelt.

Zwei Personen sitzen vor einem aufgeklappten Laptop.

Forschungsdatenmanagement & CyVerse Austria

Zwei neue Websites informieren über Projekte aus dem Handlungsfeld Forschung der „Digitalen TU Graz“:

Auf rdm.tugraz.at dreht sich alles rund um Research Data Management (RDM), also das Management von Forschungsdaten. Neben allgemeinen Infos rund um RDM und die FAIR-Data-Prinzipien – Daten sollen auffindbar (Findable), zugänglich (Accessible), kompatibel (Interoperable) und wiederverwendbar (Reusable) sein – sind hier auch die RDM-Policy der TU Graz sowie praktische Infos rund um RDM im Forschungszyklus abrufbar.

Unter cyverse.tugraz.at wiederum finden Forschende Informationen zur praktischen Anwendung von „CyVerse Austria“. CyVerse ist eine RDM- und Analytics-Plattform für Life Scientists, die seit vergangenem Jahr im Rahmen der Forschungskooperation BioTechMed-Graz für Forschende der TU Graz, der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz zur Verfügung steht.

„Forschung befindet sich in einem grundlegenden Wandel, angetrieben von digital vernetzten Technologien. Forscherinnen und Forscher haben jetzt eine Fülle neuer Möglichkeiten zur Kommunikation, Vernetzung, Verbreitung und Verfolgung der Auswirkungen ihrer Forschung. Das exponentielle Wachstum der Computerrechenleistung für die datenbasierte Forschung verändert die Art und Weise, wie Daten gesammelt, kuratiert und analysiert werden können. Forschungsaktivitäten werden heutzutage so oft digital durchgeführt, dass unser Potenzial zur Messung ihrer Auswirkungen erheblich gestiegen ist. Viel Veränderung findet bereits statt, aber es kann noch mehr getan werden, um diesen Paradigmenwechsel voranzutreiben."

Stefanie LINDSTAEDT, Leiterin des Institute of Interactive Systems & Data Science, CEO Know-Center GmbH

Acht Personen stehen vor einer schwarz-blau gemusterten Wand, sie lächeln in die Kamera.

Das Team des Handlungsfeldes Forschung arbeitet an richtungsweisenden Projekten.

Kontakt

Ilire HASANI-MAVRIQI
Handlungsfeldleiterin Forschung
Tel.: +43 316 873 30679
ilire.hasani-mavriqinoSpam@tugraz.at

Screenshot einer Videokonferenz mit den Gesichtern aller Teilnehmenden.

Kick-off: Data Champions an der TU Graz

Am 11. März 2021 fand mit elf Forschenden das Kick-off-Event der neuen „Data Champion“-Community der TU Graz statt. Die TU Graz etabliert dieses Netzwerk, um eine gute Forschungsdatenmanagement-Praxis über alle Disziplinen hinweg zu fördern und den dahingehenden Bedürfnissen von Forschenden besser entsprechen zu können. Die Data Champions erwerben Know-how zu Tools und Services im Bereich Research Data Management (RDM), vernetzen sich bei regelmäßigen Treffen und tauschen untereinander Erfahrungen aus. In weiterer Folge teilen sie ihr disziplinspezifisches RDM-Wissen und beraten andere Forschende in ihrem Bereich.

Beim Kick-off lernten sich die Teilnehmenden kennen, erhielten einen Überblick über das „Data Champion“-Programm und brachten eigene Themen zur Gestaltung ein. Weitere monatliche Treffen bis September 2021 sind geplant. Die „Data Champion“-Community an der TU Graz wird im Rahmen des Handlungsfeldes Forschung im Projekt „Digitale TU Graz“ aufgebaut.

Eine Lupe liegt auf einer Computertastatur.

IDE@S: kollaboratives Datenmanagement in der Steiermark

Ob bei der Vorhersage von Pandemieverläufen, bei vereinfachten Kommunikationsprozessen in der Verwaltung oder in der Produktentwicklung und Forschung: Datenverarbeitung und die dafür notwendige Dateninfrastruktur sind entscheidend für die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit von Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.

Dieses Problem nimmt das Projekt IDE@S (Innovative Data Environment @ Styria) in Angriff: Unterstützt durch das Land Steiermark erarbeiten Forschende der TU Graz, der Universität Graz, der Medizinischen Universität Graz und der FH JOANNEUM bis Februar 2022 ein Konzept für den Aufbau einer effizienten, sicheren und kollaborativen Dateninfrastruktur für die Steiermark.

Interessierte sind herzlich zur Kick-off-Veranstaltung am 3. Februar 2021 eingeladen. Mehr Infos zum Projekt und zur Anmeldung finden Sie im ausführlichen „News+Stories“-Artikel.

Drei Personen mit Mund-Nasen-Schutz stehen mit großem Abstand in einem Raum, im Hintergrund befinden sich Flipcharts und eine Präsentation auf einer Leinwand.

Aufbau von Data Stewards in österreichischen Universitäten

Forschende von vier heimischen Universitäten trafen sich im Oktober 2020 zu einem gemeinsamen Workshop an der TU Graz, um das Profil von Data Stewards zu definieren. Data Stewards sind Expert*innen im Bereich Forschungsdatenmanagement und bringen ihre Expertise in die Organisation ein. Die Rolle wird an österreichischen Hochschulen neu etabliert.

Die Teilnehmenden diskutierten unterschiedliche Data-Stewardship-Modelle und konkretisierten die Aufgaben von Data Stewards. Ein wesentliches Resultat daraus ist, dass Data Stewards über den gesamten Data Lifecycle hinweg eine beratende Funktion zukommt, ob im Vorfeld eines Forschungsprojektes, bei der Datenaufbereitung, Archivierung oder Nachnutzung.

Der Workshop war Teil des BMBWF-geförderten Projekts „FAIR Data Austria“, dessen Leitung das Handlungsfeld Forschung des Programms „Digitale TU Graz“ innehat. Ein Bericht zu den Ergebnissen des Workshops steht demnächst unter www.forschungsdaten.at/fda für alle Interessierten zur Verfügung.

Drei Frauen und drei Männer sitzen auf Stühlen in einem Halbkreis. Einer der Männer spricht in ein Mikrofon.

Rückblick: „Focus on FAIR – FAIR Data and the European Open Science Cloud”

Anfang November 2019 lud die „Digitale TU Graz“ gemeinsam mit Scientific Knowledge Services, UCL Press und LIBER zum Workshop “FAIR Data and the European Open Science Cloud” in die Aula der TU Graz ein. Die FAIR-Data-Prinzipien formulieren Grundsätze für nachhaltig nutzbare Forschungsdaten, die European Open Science Cloud macht Daten-Dienstleistungen für Forschende europaweit verfügbar.

Die internationalen Vortragenden Tiziana Ferrari, Marta Teperek, Paolo Budroni, Ignasi Labastida i Juan und Stefanie Lindstaedt brachten ihre Expertise ein, unter dem Titel “How FAIR are data in industry?” debattierten Vertreter/innen von AVL, Siemens, NXP, dem Know-Center und der TU Graz in einer Podiumsdiskussion. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitierten vom regen Austausch im Rahmen des Workshops.