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Technische Universitäten und Industrie: starke Partner, fordernder Wettbewerb – gemeinsam mehr erreichen

6.06.2018 | News+Stories | TU Graz news | Universität

Von Anna Magdalena Bohrn, IV

Enge Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entscheidender Erfolgsfaktor – Strategische Profilbildung für mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb

Vier Herren und eine Dame lächeln in die Kamera. Links außen ein Herr mit dunkelgrauer Krawatte, links daneben ein Herr mit roter Krawatte, in der Mitte ein Herr mit gelber Krawatte, daneben eine Dame im hellblauen Kleid, rechts außen ein Herr mit gold und braun gemusterter Krawatte
Georg Kapsch (IV), Harald Kainz (TU Graz), Bundesminister Heinz Faßmann (BMBWF), Sabine Seidler (TU Wien), Wilfried Eichlseder (MUL) (v.l.) wollen die gute Kooperation der heimischen Wirtschaft mit der Wissenschaft weiter vertiefen © Katharina Schiffl

Der erste „Hochschulpolitische Dialog“ stand am 4. Juni im Haus der Industrie unter dem Motto „Technische Universitäten und Industrie: starke Partner, fordernder Wettbewerb – gemeinsam mehr erreichen". Auf Einladung von Industriellenvereinigung (IV) und den technischen Universitäten Österreichs (TU Austria) diskutierten nationale und internationale Expertinnen und Experten sowie Unternehmensvertreterinnen und -vertreter über Maßnahmen und Kriterien für einen zukunftsorientierten Wissens- und Innovationsstandort. Insbesondere ging es um künftige Entwicklungsszenarien, um Chancen und Herausforderungen im Bereich des Wissens- und Technologietransfers zu begegnen sowie Exzellenz für Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken. Internationale Vorzeigebeispiele verdeutlichten, wie Wissens- und Technologietransfers zwischen Hochschulen und Industrie am besten funktionieren und der Entrepreneurship-Gedanke stärker an den Universitäten verankert werden kann.  

„Bildung, Forschung, Technologie und Innovation sind tragende Säulen für den Erfolg Österreichs und Schlüssel für Wohlstand und Beschäftigung“, betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch. Dabei verwies er auf die besondere Rolle der zahlreichen Unternehmen in Österreich, die Weltmarktführer sind und sich mit ihren F&E-Investitionen für den Standort Österreich entscheiden. Vor allem die Forschungsprämie sowie direkte F&E-Projektförderungen seien hier entscheidende Vorteile für das Land. „Unternehmen leisten rund zwei Drittel aller F&E-Investitionen in Österreich und sind damit der größte Financier von Forschung und Entwicklung in Österreich. Damit sind wir nach Schweden im EU-Vergleich auf Platz zwei“, erklärte Kapsch. Wichtig sei in einem Umfeld mit intensivem Wettbewerb noch mehr Aufmerksamkeit auf die Beschleunigung von Wissens- und Technologietransfers zu legen.

Kultur der Kooperation

TU Austria-Präsident Harald Kainz betonte einmal mehr die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft als Motor von Innovation, Fortschritt und Wohlstand. „Österreich ist auf dem besten Weg an die europäische Innovationsspitze, wie das aktuelle European Innovation Scoreboard zeigt. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind Universitäten, Forschungseinrichtungen und innovative Unternehmen“, zeigte sich Kainz überzeugt. Er betonte vor allem die positive Kultur kooperativer Forschung und Entwicklung, die durch langfristige Commitments Sicherheit für alle beteiligten Kooperationspartner bietet, beispielsweise in Form von CD-Labors oder COMET-Kompetenzzentren. Zur Sicherung des Standortes wünschte sich Kainz im Namen der TU Austria die weitere Forcierung der Internationalisierung an den Universitäten sowie den Ausbau von Kapazitäten und Infrastruktur in den MINT-Fächern entlang des gesamten Bildungswegs. Insbesondere in die IKT-Ausbildung müsse in Hinblick auf die Dynamik digitaler Transformationsprozesse verstärkt investiert werden. Laut Kainz nehmen die Universitäten auch in der Umsetzung von Forschungsideen bis hin zu Marktreife eine wichtige Rolle ein: „Hier setzen wir auf eine intensive Förderung von Start-ups und Spin-offs sowie die Förderung von unternehmerischem Denken bereits bei den Studierenden, wie etwa in unseren Studierendenteams und zahlreichen anderen Initiativen.“

„Um die gesamte Innovationskette – von der Grundlagen- bis zur angewandten Forschung – zu stärken und das Innovationspotenzial unseres Landes zu heben, ist eine enge Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor“, betonten Kapsch und Kainz. Um weitere Exzellenz für Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen und für die besten Köpfe attraktiv zu sein, sei insbesondere eine klare Profilbildung der Hochschulen, hervorragende F&E-Infrastruktur sowie international sichtbare Expertise entscheidend. Dazu müsste der Anteil der kompetitiv vergebenen Mittel an Hochschulen weiter erhöht werden, um deren Wettbewerbskraft und Sichtbarkeit international zu steigern. Ebenfalls nötig sei, das angekündigte Forschungsfinanzierungsgesetz sowie die jährliche, kontinuierliche Erhöhung der Forschungsausgaben des Bundes umzusetzen, um Nachhaltigkeit sicherzustellen und Österreich zukunftsorientiert aufzustellen. „Es braucht die gebündelte Kraft aller FTI-Akteure, um Österreich zum Top-Innovationsland zu machen“, schlussfolgerten der IV-Präsident und der TU Austria-Präsident abschließend. 

Beim ersten „Hochschulpolitischen Dialog“ diskutierten im Haus der Industrie:

Bundesminister Heinz Faßmann (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung), Georg Kapsch und Christoph Neumayer (Industriellenvereinigung), Harald Kainz (Technische Universität Graz), Sabine Seidler (Technische Universität Wien), Wilfried Eichlseder (Montanuniversität Leoben), Silvio Bonaccio (ETH Zürich), Ernst M. Schmachtenberg (RWTH Aachen Universität), Wolfgang Rosenstiel (Eberhard Karls Universität Tübingen), Sabine Herlitschka (Infineon), Stefan Poledna (TTTech), Johannes Homa (Lithoz), Klement Tockner (FWF), Kurt Koleznik (FHK), Marion A. Weissenberger-Eibl (Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI) und Ernst Andreas Hartmann (Institut für Innovation und Technik)

Kontakt

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