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Interview: Josef Kröll

19.08.2019 |

Josef Kröll studiert Elektrotechnik im 4. Semester. Ihn fasziniert vor allem Embedded Eletronics, also intelligente Mikrocontroller und Mikroprozessoren in elektronischen Geräten, die über das Internet kommunizieren.

© TU Graz

Was fasziniert Sie am Studium der Elektrotechnik besonders?

Josef Kröll: Die Elektrotechnik ist der Grundbaustein für alle modernen Anwendungen des Informationszeitalters, egal ob es das Internet oder die Halbleiterindustrie ist. Außerdem entwickelt sich der gesamte Bereich der Elektronik enorm und vor allem sehr rasch. Am Elektrotechnikstudium an der TU Graz fasziniert mich speziell die starke Unterstützung, die wir Studierenden durch die Professorinnen und Professoren bekommen. Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich an einer Universität und die Kameradschaft an der Fakultät möchte ich auch hervorheben. Egal ob Studierende, Lehrende oder das Sekretariat: Es gibt immer Leute, die helfen, wenn du nicht weiterweißt.

Was macht eine/n gute/n Elektrotechniker/in aus?

Josef Kröll: Auf jeden Fall empfehle ich eine gewisse Affinität zur Mathematik, auch abstraktes Denken ist kein Nachteil. Von Beginn des Studiums an haben wir mit „unsichtbaren“ Phänomenen wie dem elektrischen Strom oder magnetischen Feldlinien zu tun und da braucht es neben theoretischem Verständnis auch ein gutes Vorstellungsvermögen. Außerdem finde ich Neugierde sehr essentiell. An der Uni lernen wir vor allem Grundlagen und unsere Aufgabe ist es, daraus neue Erkenntnisse abzuleiten. Darin liegt für mich der Unterschied zu den Naturwissenschaften: Diese beschreiben die Welt, wie sie ist. Die Ingenieurwissenschaften aber greifen diese Erkenntnisse auf und bauen damit eine Welt, die es noch nicht gibt.

Was raten Sie Studierenden im ersten Semester? Was hat Ihnen geholfen, im Studium an der TU Graz „anzukommen“?

Josef Kröll: Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich in Teams und Lerngruppen zu organisieren und es nicht im Alleingang zu versuchen. So lernen wir Aufgaben aufzuteilen und gemeinsam zum Ziel zu kommen. Hier kann ich jedem nur unseren Hochspannungszeichensaal ans Herz legen. Das ist ein gemeinschaftlicher und selbstverwalteter Lernsaal, der sowohl von „Erstis“ als auch von Dissertantinnen und Dissertanten genutzt wird. Dort erfährt man schnell, wie es auf der Uni läuft. Persönlich habe ich große Unterstützung von der Studienberatung der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der TU Graz bekommen. Heute bin ich selber dort tätig und helfe Studierenden, den Studienbeginn gut zu meistern. Auch das neue Mentoring-System kann helfen – erfahrene Studierende und Lehrende unterstützen dabei Anfängerinnen und Anfänger. Und nicht ganz unwesentlich: Durch das Vernetzen bilden sich neue Freundschaften, die sehr oft fürs Leben bleiben.

Möchtest Sie sich im Masterstudium in einem bestimmten Bereich spezialisieren? Wenn ja, in welchem und was finden Sie daran faszinierend?

Josef Kröll: Ich möchte mich im Masterstudium der Elektrotechnik in der Technischen Informatik und hier insbesondere im Bereich Embedded Electronics spezialisieren. Das Elektrotechnikstudium deckt im Bachelor die Grundlagen sehr gut ab – von der Schaltungstechnik bis zur Hardware und alle Bereiche der Elektronik. Dieses Wissen möchte ich im Master mit der Informationstechnologie kombinieren, da kommt sehr viel Informatik dazu. Bei Embedded Electronics geht es um alle Devices, die mit dem Internet verbunden sind, also um intelligente Elektronik wie Mikroprozessoren oder Mikrocontroller. Diese Geräte und Bauteile möchte ich einmal entwerfen, bauen, programmieren, warten und weiterentwickeln.

Arbeiten Sie neben dem Studium? Wenn ja, in welchem Bereich? Und was wollen Sie später beruflich machen?

Josef Kröll: Ich arbeite derzeit neben dem Studium bei B&R Industrial Automation. Die Firma konzentriert sich auf den Bereich Industrie 4.0 und hier sehr stark auf die Robotik – also genau auf den Bereich, in dem ich mich spezialisieren und später auch beruflich tätig sein möchte. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit dem Institut für Technische Informatik der TU Graz, so bin ich überhaupt erst zu diesem Job gekommen. Das bedeutet tolle Synergien für mich. Ich kann das, was ich an der Uni lerne, gleich in die Praxis umsetzen, wobei ich zugegeben einen gewissen Startvorteil habe: Ich habe eine Elektronik-Lehre gemacht und war schon einige Jahre lang berufstätig, bevor ich mich zum Studium entschlossen und die Studienberechtigungsprüfung abgelegt habe. Jetzt gebe ich ordentlich Gas, weil ich auch eine Dissertation schreiben und Forschungsaufenthalte bei den hochkarätigen Partneruniversitäten der TU Graz absolvieren möchte, sei es in Zürich, München, Shanghai oder Nordamerika.

Was sagen Sie jemandem, der sich nicht sicher ist, ob sie/er Elektrotechnik studieren soll?

Josef Kröll: Ganz einfach: Komm zu uns in die Studienvertretung Elektrotechnik der HTU, der Hochschülerinnen und Hochschülerschaft der TU Graz. Dort bekommst du die Antworten auf alle deine Fragen. Unsere Türe steht allen und immer offen. Wir wollen unterstützen, wo wir nur können, denn die Leute sollen Spaß an der Elektrotechnik haben. Es ist kein leichtes Fach, aber wer starkes Interesse an neuen Technologien und an einem wirklich zukunftsträchtigen Studium hat, der ist in der Elektrotechnik genau richtig.

Haben Sie einen Lieblingsplatz an der TU Graz?

Josef Kröll: Ich bin am liebsten an den Instituten, weil ich halt irre neugierig bin. Oder im Hochspannungszeichensaal, wo wir einen Lernplatz haben, eine Küche und eine Terrasse zum gemütlichen Zusammensitzen in den Abendstunden. Auch der Studiendekan schaut immer wieder einmal vorbei. Das ist an der TU Graz echt super: Die Professorinnen und Professoren sind wahnsinnig freundlich, bodenständig und ehrlich an uns interessiert. Unsere Fragen werden immer freundlich, detailliert und fachgerecht beantwortet und das hat in der Lehre einen großen Wert.

Wie lebt es sich als Student in Graz? Was mögen Sie an Graz besonders gerne?

Josef Kröll: Ich komme aus Oberösterreich und mir geht es in Graz super. Zum Leben und Studieren ist Graz meiner Meinung nach die perfekte Stadt. Es ist alles schön nahe beieinander, das Angebot an Freizeitaktivitäten ist groß, aber nicht unüberschaubar wie vielleicht in der Großstadt Wien. Und die ansässige Industrie in meinem Fachbereich ist Weltspitze.

Information

Elektrotechnik studieren an der TU Graz:
Bachelorstudium Elektrotechnik
Bachelorstudium Elektrotechnik-Toningenieur

Jedes Jahr starten etwa 2000 Anfängerinnen und Anfänger ihr Studium an der TU Graz. Hier gibt's Infos zu
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