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IDE@S Hintergrund Information

Die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit öffentlicher Einrichtungen und privater Unternehmen hängt zunehmend von computergenerierten Daten ab. Universitäten und andere Forschungseinrichtungen, Gesundheitsdienstleister, alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung sowie Unternehmen aller Art profitieren von modernsten Infrastrukturen und Diensten, die eine effiziente, sichere und nachhaltige Nutzung großer Datenmengen ermöglichen.

Ähnlich wie in anderen EU-Regionen, haben steirische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, welche die Vorteile der Extraktion und Nutzung von Informationen aus Daten erkannt haben, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Individuallösungen geschaffen. In diese Initiativen sind allerdings nur wenige Akteure involviert, weshalb die Region Steiermark als Ganzes davon nur sehr begrenzt profitiert. Diese fragmentierte Herangehensweise hat weitreichende Konsequenzen: Parallellösungen für ähnliche Herausforderungen machen die Nutzung der Vorteile von „Economies of scale“ – die für Dateninfrastrukturen besonders wichtig sind – unmöglich. Damit wird die Interoperabilität von Daten stark eingeschränkt, wodurch in weiterer Folge die Zusammenarbeit zwischen interessierten Stakeholdern verhindert wird.

Der Aufbau und Betrieb von Dateninfrastrukturen ist überall ein wichtiges Anliegen – so auch in der Steiermark. Verständlicherweise konzentrieren sich die meisten bestehenden Einzelinitiativen in der Region auf die kostenintensive physische und technische Infrastruktur, wobei die nicht weniger wichtigen menschlichen und sozialen Aspekte oft vernachlässigt werden. Daten erfordern eine leistungsstarke und technisch fortschrittliche Infrastruktur. Diese Technologien sind jedoch nutzlos, wenn die erforderlichen Richtlinien, Governance, Qualifizierungen, Supportleistungen und der Wissenstransfer in der Region fehlen.

Aus diesem Grund muss die Steiermark einen regionalen Ansatz vorantreiben, um dem wachsenden Bedarf an datenbezogenen Ressourcen zu begegnen. Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, müssen neben einer integrierten technischen Infrastruktur vor allem die personellen Ressourcen und die rechtlichen Aspekte berücksichtigt werden. Eine gemeinsame regionale Initiative ermöglicht sowohl den Austausch von Ressourcen aus der EU und anderen Quellen für den Aufbau und Betrieb der erforderlichen Infrastruktur zu bündeln, als auch die Nutzung von Synergien zwischen den Stakeholdern.

Zwei der wichtigsten europäischen Verbände rund um das Thema Daten, das von der EU finanzierte High Performance Computing Joint Undertaking (https://eurohpc-ju.europa.eu/home) und sein privates Pendant, die Big Data Value Association (https://www.bdva.eu/), haben erkannt, dass europäische Infrastrukturen aufgebaut werden müssen – allerdings müssen diese durch agile Initiativen auf regionaler und domänenspezifischer Ebene ergänzt werden, die mit zentralen Knotenpunkten verbunden sind und deren Grundprinzipien und Standards übernehmen.

Die im europäischen Vergleich überdurchschnittliche Dichte an hochinnovativen Unternehmen, Clustern in den Bereichen Automotive, Halbleiter, Nachhaltige- und Humantechnologie, Kompetenzzentren (insbesondere die datenfokussierte Know-Center GmbH), Universitäten und Fachhochschulen sowie die höchste F&E-Investitionsquote/BIP in der EU, machen die Steiermark zu einem der führenden Forschungs- und Innovationsstandorte. Speziell im Bereich des Forschungsdatenmanagements (FDM) gibt es bereits vielfältige Aktivitäten an den beteiligten Universitäten (z.B. Digitale TU Graz), darunter gemeinsame Initiativen wie BioTechMed, AlpLab, BioBank, BBMRI-ERIC, RRBM.at. Beispielsweise werden an der Medizinischen Universität Graz einzigartige klinische Datensätze zur Verfügung gestellt, die für Unternehmen zur Produktentwicklung essentiell sind. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Steiermark ist daher eine gemeinsame Strategie für Daten-, Informations- und Wissensmanagement zwischen Universitäten, Industrie und öffentlichen Einrichtungen erforderlich.

Eine gemeinsame Strategie für Daten-, Informations- und Wissensmanagement zwischen Hochschulen, Industrie und öffentlichen Einrichtungen ist für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Steiermark unerlässlich. Das übergeordnete Ziel des Projektes Innovative Data Environment @ Styria (IDE@S) ist die Steigerung der Attraktivität der Steiermark als Forschungs- und Entwicklungsstandort. Die Umsetzung von IDE@S wird die Wettbewerbsfähigkeit für steirische Universitäten und Unternehmen erhöhen, indem ein Konzept für eine sichere, effiziente und kollaborative Dateninfrastruktur für die Archivierung, Kommunikation und Verarbeitung großer Datenmengen erstellt wird. Dieses Projekt wird ein Referenzmodell für Österreich, sowie für andere innovative europäische Regionen.

Kontakt
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Dr Miguel Rey Mazón (m.reymazonnoSpam@tugraz.at) Projektmanager

Institute for Interactive Systems and Data Science (ISDS)

Haus der Digitalisierung, Brockmanngasse 84, 8010 Graz

Technische Universität Graz