RAD AUF SCHIENE

Umnutzung eines alten Bahnhofareals
für einen 2.200-Einwohner-Ort

Julia Bruckmüller, Bsc
2018

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit strebt die Revitalisierung einer Bahnhofsbrache an. Der Entwurf zeigt eine Anpassung an die Freizeit- und Mobilitätsbedürfnisse der Menschen des 21. Jahrhunderts in einem 2200-Einwohner-Ort in einer ländlichen Region in Oberösterreich an.

Der Ort Haag am Hausruck war seit jeher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die umliegenden Orte und zwar sowohl als Endbahnhof der Zugstrecke Haag am Hausruck – Lambach als auch als Umsteigepunkt für Busverbindungen. Die Bahn wurde umgangssprachlich „Haager Lies“ genannt, wodurch die Bedeutung des Ortes Haag zu spüren ist. Jedoch ging, wie in so vielen ländlichen Regionen, die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zurück. Ende 2009 wurde die Bahnstrecke stillgelegt. Durch die am Rande von Haag gelegene Autobahnauffahrt A8 ist der motorisierte Individualverkehr oft die schnellste, günstigste und praktischste Fortbewegungsart. Der öffentliche Verkehr stellt durch das mangelnde Angebot keine attraktive Alternative dar.

Die Nachteile daraus ziehen jene Menschen, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind. Für sie und für alle, die aus Umweltbewusstsein oder anderen Gründen öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchten, will ich ein attraktives Infrastrukturzentrum in Haag schaffen. Dafür will ich den Verkehr nicht alleinstehend betrachten, sondern mit anderen Aktivitäten verknüpfen, damit ein interessantes und aktiv genutztes neues Areal entsteht. Da das ehemalige Bahnhofsareal mit einer Größe von ca. 10.000 m2 um einiges größer ist als die für ein Busterminal benötigte Fläche, werde ich eine weitere Nutzung für das Gelände und die sich dort befindliche Remise finden.

Das Ziel meiner Arbeit ist es, ein Grundstück mit Aufenthaltsqualität zu entwerfen, das mit und ohne öffentlicher Mobilität gut funktioniert. Mit dem Entwurf soll ein Platz entstehen, der von der Bevölkerung angenommen und belebt wird. Die Bushaltestelle soll auch abseits der Busfahrzeiten genutzt werden und in den Gesamtentwurf des Grundstücks integriert sein. Verschiedene Nutzungen, die unterschiedliche Altersgruppen ansprechen, werden auf dem Gelände angesiedelt und teils im bestehenden Gebäude, teils in der neu geplanten Bushaltestelle untergebracht. Abseits der Mobilität soll mein Entwurf als Freizeitangebot für die Dorfbevölkerung und für Touristen dienen.

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

RAD AUF SCHIENE
 


LEND BOULEVARD

Eine Strategie zur Reaktivierung
des Lendkanals in Klagenfurt

Bianca Paulitsch, BSc.
2018

Der künstlich angelegte Lendkanal in Klagenfurt bietet ein bis jetzt ungenutztes Potential an öffentlichen Freiflächen. Damals war die künstliche Wasserstraße eine Hauptverkehrsachse zwischen Stadt und See sowie ein bedeutendes Element in der Stadtstruktur. Heute verschwindet der Kanal im Stadtgefüge und ist kaum mehr wahrnehmbar.

Das Hauptaugenmerk von „LEND BOULEVARD“ ist es, dem Lendkanal wieder einen Stellenwert in der Stadt zu geben und das ungenutzte Potential an Freiflächen als Naherholungsort nutzbar zu machen. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit einer umfassenden Analyse des Stadtgebietes sowie einem geschichtlichen Rückblick. Im weiteren Fokus wird das Gebiet um den Lendkanal genauer betrachtet und analysiert. Um eine realitätsbezogene Grundlage zu haben, werden Referenzprojekte und Anwendungsmethoden untersucht. Darauf aufbauend wird eine Strategie zur Reaktivierung des Lendkanals entwickelt. Diese ist auf vier Potentialgebiete entlang des Ufers gerichtet, woraus anschließend zwei Teilbereiche detaillierter ausgearbeitet und visuell dargestellt werden. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Gesamtüberblick der erstellten Maßnahmen.

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

LEND BOULEVARD


Die Stadt:Land Dialektik

Auslotung räumlicher und funktionaler Potentiale

für eine Revitalisierung der Wolfsberger Innenstadt

Benjamin Melcher, BSc.
2018

 

Der öffentliche Raum in der klassischen europäischen Stadt bildete sich langsam und mit viel Einfühlvermögen der beteiligten Akteure über Jahrhunderte hinweg aus. Städte veränderten sich damals in einem Tempo, das viel gemächlicher war als die unserer heutigen auf Effizienz und Geschwindigkeit getackteten Baupraxis. Dies gab den Handwerkern und Baumeistern die Möglichkeit, ihre von Generation zu Generation übermittelte Erfahrung und ihr intuitives Gefühl für die Sinneswahrnehmung und den menschlichen Maßstab mit Kontinuität anzuwenden.

Das Ergebnis dieser behutsamen, die Bedürfnisse des Menschen achtenden Vorgehensweise waren Städte mit einer funktionierenden Wechselwirkung von Leben und Raum, irgendwo am Weg zwischen Industrialisierung und Modernisierung ging ein großer Teil dieses Wissens jedoch verloren. Die Stadtplaner interessierten sich zunehmend nur noch für Parameter, die einfach messbar und nachweisbar waren, und verloren die komplexeren Dinge, die eben mehr Zeit brauchen aus den Augen.

Speziell in Wolfsberg scheint dies eines der schwerwiegenden Probleme des historischen Zentrums zu sein. Wie man auf dem Plan auf Seite 256 unschwer erkennen kann, wird der gesamte öffentliche Raum den Bedürfnissen des Autofahrers untergeordnet. Nur 23 % der einer einmaligen Bautradition entsprungenen Plätze und Gassen sind frei von Pkws. Stolze 77 % des gesammten öffentlichen Raums der Altstadt sind zu einem Dasein als Parkplatz oder zu Straße verurteilt. Hinzu kommt ein weiteres schwerwiegendes verehrsspezifisches Problem.

 

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

Die Stadt:Land Dialektik


URBANE FELDPROZESSE

Alina Rejepava, BSc.
2018

 

 

 

Die Vorgehensweise der Entwurfskonzipierung lässt sich in vier Betrachtungsebenen gliedern. Die erste Ebene beschäftigt sich mit der Wiederentdeckung der Flussuferzone. Hier wird die Kante zwischen dem Überflutungsbereich und dem überflutungsfreien Gelände hervorgehoben. Diese Betonung wird durch einen sicheren Geh- bzw. Radweg ausgedrückt. Je nach Empfinden und Wasserstandverhältnissen ist dem Benutzer die Annäherung zum Fluss frei überlassen. In der zweiten Ebene werden die Räume zwischen der Überflutungsgrenze und der gebauten Struktur untersucht. Der nicht funktional genutzte Freiraum erfährt eine neue Gestaltung durch landschaftliche Eingriffe. Das vorhandene Potenzial für neue Interpretationen wird gestärkt. Das Flussufergebiet beinhaltet noch einige Erinnerungsfragmente aus der Vergangenheit wie archäologische Fundamente, vereinzelte Einfamilienhäuser aus den ehemaligen Dörfern, Vegetation aus den 1960er Jahren als Überschwemmungslösung sowie Kultur- und Zweckbauten. Diese Gegebenheiten werden in der dritten Ebene berücksichtigt und werden Teil des landschaftlichen und angrenzenden urbanen Raumes. Die Wegeführungen durchkreuzen das Feld der Flusslandschaft, aber wo führen sie uns hin? Diese Frage wird in der vierten Ebene der Verflechtung betrachtet. Die einst unberührte Topografie wird zugänglich gemacht, verbindet neue attraktive Punkte im Stadt- und im Überschwemmungsgebiet und bietet neue Betrachtungsperspektiven der Stadt und Nutzungsmöglichkeiten an.

Der natürliche Lauf des Dnepr samt seiner Feuchtgebiete zieht wie eine pulsierende Ader durch Mogilev. Je nach saisonaler Abflussmenge erobert der Fluss die umliegenden Flächen und schafft somit die temporären Barrieren. Der erste Schritt der Transformation des Flussufers ist deshalb die Differenzierung der wasserbeinflussten und der trockenen Gebiete, die durch den Verlauf der geplanten Promenade ausgedrückt wird. Diese Linie ist zum Teil eine natürliche, zum Teil von der urbanen Kante der Stadt festgelegte Abgrenzung.

Aus der Analyse wird ersichtlich, dass das Umfeld des Dnepr primär durch die Naturgewalten und durch unterschiedliche Bebauungsepochen mit verschiedenen Bebauungstypologien geprägt war. Demzufolge wird die Flussuferlandschaft im Fokus des Entwurfs stehen. Das Raumprogramm rund um den Fluss orientiert sich nicht nur an den kontemporären, sondern auch an den vergangenen Werten der Region. Somit wird auf die kulturelle Wertschätzung und den nachhaltigen Umgang mit der Umgebung aufmerksam gemacht. Die bestehende Bebauung wird in die Konzeption einbezogen und je nach Bedarf ergänzt.

 

 

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

Urbane Feldprozesse


REPROFILING THE SAVA RIVER IN ZAGREB

Andreas Eibl, BSc.
2018

 

 

 

The appliances of the first and the second pha- se are overlapping in most parts during the process. The interventions of the first phase laid the foundation for new links between the city and the river and provides a stronger re- lation between the existing program and new developed urban elements.

The main parts of the second phase are to create a stronger network of connections, to shorten distances, to strengthen existing rela- tions and to generate new relations. The other key element is the extending of the existing program, the implementing of new program and the enhancing of natural and urban qua- lities for the City of Zagreb.

A better connection between north and south or left and right bank of the Sava is achieved by several new bridges. The focus was to ex- pand the amount of connections for pedest- rian and bicycles to shorten distances. The bridges are not only for crossing the river, they are also used as a place to stay. Beside the pedestrian bridges, two new bridges for car traffic are build. Each of these two connec- tions are a very important link for the peri- phery of Zagreb, what provides future urban development potentials and reliefs the other bridges and roads, that lead to the center. Even more important than the bridges for the cartraffic, are the new pedestrian and bicyc- le bridges, which are part of a new, complete Sava-Cycle-Path-Network. This network is a significant part of the Reprofiling of the Sava project and connects existing isolated pedest- rian roads and cycle paths, not only along, but also by crossing the river. The tight mesh of roads along and over the river works like arte- ries and are essential to keep the urban flow. There had been no overall cycle infrastructure for the city of Zagreb, the new cycle-path-net- work along the Sava work as a generator for the city to make people aware of the potenti- als of pedestrian and cycle friendly roads and should also connect the surrounding towns of Zagreb.

 

 

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

Reprofiling the Sava River in Zagreb


HATSCHEK - PODIUM

Ein Kulturcampus inmitten von Wohnbauten

Anna Maria Bagaric, BSc.
2017

 

 

Wie kann eine Kleinstadt wie Vöcklabruck (VB) seine Position im Umfeld behaupten? Kann man Verbindungen zwischen verschiedenen Zentren in der Stadt bilden und dennoch ihre Identität wahren? Welche Funktion kann ein dritter, zentraler Ort neben einem vorhandenen Stadtplatz und Park, einnehmen? Sind Verbindungen von den wichtigen Standorten zum neuen Freiraum möglich? Vöcklabruck ist eine typisch mitteleuropäische Kleinstadt mit circa 15 000 Einwohnern. Sie befindet sich genau in der Mitte der zwei Landeshauptstädten Salzburg und Linz. Zudem ist Vöcklabruck - mit ihren 12 300 Einwohnern - die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks mit rund 130 000 Einwohnern. Wie viele dieser kleineren Städte hat sie einen Stadtplatz, einen Park, ein Schulzentrum, Gesundheitszentrum, Sportzentrum, etc. Diese Standorte haben unterschiedliche Verbindungen zu einander oder auch keine.

Es soll ein Entwurf entstehen, der diese städtischen Verbindungen nutzt, sie verstärkt oder auch bildet und dann auch noch einen weiteren Verbindungspunkt - das Hatschek-Podium - miteinbezieht. Es gilt herauszufinden, wie Verbindungen zu den wichtigen Punkten (Stadtplatz, Stadtpark, Busbahnhof) gemacht werden können und wie das Hatschek-Podium anziehend für die Einwohner der Stadt und des umgebenden Gebietes wird. Dieser Freiraum soll sich vom Stadtplatz und Park so differenzieren, dass er eine eigene Identität entwickelt und andere Qualitäten aufweist. Seine Funktion soll Kultur und Beteiligung für die Bevölkerung fordern, da die alte Hatschek Stiftung, die auf dem Grundstück steht, zu einem Offenen Kunst-und Kulturhauses (OKH) umgewandelt wurde. Ein Freiraum fur die Kunst-und Kulturschaff enden der Umgebung wird geschaffen. Mit diesem Entwurf soll gezeigt werden, dass die drei Elemente Kultur, Wohnen und Freiraum auf engen Raum zusammen funktionieren können. Der Freiraum
soll Aktivitäten ermöglichen, die im städtischen Gefüge noch keinen Platz gefunden haben. Er soll sowohl tagsüber als auch nachts nutzbar sein. Der Platz ist einerseits ein Veranstaltungsraum für Filmübertragungen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte, andererseits ein Freizeitraum, Schulcampus und Treffpunkt. Abbado sagt, dass ein Land sich erst durch seine Kultur reich nennen kann. In diesem Buch zeige ich, dass durch architektonische Eingriffe eine Grundlage für eine Stadt geschaffen werden kann, um ihre Kulturszene zu fördern und Kulturschaffenden einen Raum zu geben.

 

betreut von Arch. Univ.-Prof. Aglaée Degros

HATSCHEK - PODIUM, Ein Kulturcampus inmitten von Wohnbauten