Infrastruktur

Der Schwerpunkt des Instituts für Raumgestaltung in Lehre und Forschung ist die ursächliche architektonische Auseinandersetzung mit Raum, dessen Materialität und Licht. Raum wird dabei als Intensität verstanden, als immanente Größe die uns umgibt, die in unsere Befindlichkeiten eingreift und uns dazu herausfordert, Gewöhnliches und Gewohntes zu hinterfragen. Die Verknüpfung theoretisch-wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit forschungsgeleiteter Lehre ist ein zentrales Anliegen. Der 1:1 Versuchsaufbau ist dabei ein wesentliches Arbeitsinstrument.

Raumforschung

Rechbauerstraße 12, (AT02), 8010 Graz

Raumwahrnehmung/Raumgestaltung: Raumwahrnehmung bezeichnet das, was zwischen den Dingen aufgespannt wird – das Wirken und die Ausdehnung des Raumes, sein atmosphärischer Gehalt, die Beziehung vom Subjekt zum Raum und die Frage nach den Identifikationsmöglichkeiten, die ein Raum dem Menschen bietet. Raumgestaltung dagegen betrachtet die Dinge selbst – ihre Beschaffenheit, Form und Eigenart. Es geht um den Raum an und für sich bzw. die Beziehung vom Objekt zum Raum. Fragen nach Materialität, Oberfläche, Licht, Farbe, Akustik stehen im Vordergrund.

Raumforschung: Raum ist die Urszene der Architektur. Ausgehend von dieser Perspektive ist Architektur nicht das was Raum anfüllt, sondern das, was Raum erzeugt. Beim Arbeiten mit Raum in den unterschiedlichsten Maßstäben geht es stets um die Frage nach dem Zusammenhang von gebauter und gelebter Struktur. Gebauter und gelebter Raum müssen in Korrelation untereinander begriffen werden. Im Fokus der Forschung rund um das Thema Raum steht die direkte Erleb- und Erfahrbarkeit von Räumen. Unterschiedliche Praktiken des „Im-Raum-Seins“ werden erprobt und untersucht. So wird Raum nicht bloß als Behältnis für unterschiedliche Lebenssituationen begriffen, sondern als ein Netz von Ereignissen, die in assoziativen Beziehungen und Verhältnismäßigkeiten zueinander stehen und dessen Wahrnehmung aus einem Involviert-Sein in die Ereignisse stattfindet. Diese praktischen Aspekte der Raumwahrnehmung werden mit theoretischen und künstlerischen Überlegungen verwoben, wodurch verschiedene Werkzeuge für Entwurfsprozesse greifbar gemacht werden, die wiederum den Spielraum des Entwerfens vergrößern.

Lichtlabor

Kronesgasse 5, Erdgeschoß (KREG), 8010 Graz

Licht: Licht und Raum sind voneinander nicht zu trennen. Das Verhältnis von Raum, Material und Licht ist uns als Erfahrung eingeschrieben, wir operieren laufend damit. Es ist für Raumschaffende wesentlich, sich eingehender damit auseinanderzusetzen. Über die Lichtforschung werden Aspekte der Raumwahrnehmung und Raumgestaltung zusammengeführt. Licht als Medium und dessen Bedeutung im gesellschaftlichen Alltag ist Grundlage unserer Lehre und Forschung.

Material: Mithilfe konkreter architektonischer Materialien wird die Relevanz sensorischer Materialeigenschaften vermittelt. Unterschiedliche Denkansätze über das Verhältnis von Werkstoff und Architektur, Raum und Konstruktion stehen im Fokus. Der Einfluss des Materials auf die tektonische Idee vermittelt sich anhand der Themen Ressourcen, Fügen und Oberflächen.

Holzwerkstatt

Lessingstrasse 25, Erdgeschoss (NAEG), 8010 Graz

Objekt: In der Holzwerkstatt werden Prototypen entworfen und im 1:1 handwerklich umgesetzt. Der Schritt von der Zeichnung zum Material – von einer sozio-politischen Position zum architektonischen Entwurf – mit dem Ziel einer realmaßstäblichen Erfahrung hat hier Priorität.