Allgemeines
In elektrischen Anlagen ist die Erdungsanlage unzweifelhaft ein wesentlicher Bestandteil der Schutzmaßnahme. Durch das Erden von Anlagenteilen (Betriebs-/Schutzerdung) oder Betriebsmitteln wird verhindert, dass normalerweise nicht unter Spannung stehende leitfähige Teile im Normalbetrieb und im Fehlerfall Spannung annehmen und so Personen, Tiere oder Sachen durch unzulässige Berührungs- oder Schrittspannungen bzw. Beeinflussungsspannungen gefährdet werden. Beim (Schutz-)Potentialausgleich werden gefährliche Spannungsdifferenzen zwischen einzelnen Anlagenteilen und Betriebsmitteln und leitfähigen Teilen, die direkt mit Erde verbunden sind, im Normalbetrieb und im Fehlerfall der elektrischen Anlage verhindert. Die Erdung in Blitzschutzanlagen bewirkt, dass gefährliche Spannungen und Ströme, die bei Blitzschlägen oder atmosphärischen Entladungen auftreten können, auf dem kürzesten und sichersten Weg abgeleitet und somit Schäden verhindert werden.

Daher ist schon bei der Planung ein koordiniertes Erdungs-, Blitzschutz-, Potentialausgleichkonzept zu erarbeiten um die eingangs erwähnten Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.

Was ist ein Erdungskonzept?
Eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe für Universitäten-Fachhochschulen-HTLs- Elektromeister-Architekten-Baumeister-Poliere-Bauherren.

Das Erdungskonzept umfasst die konzeptionelle Beschreibung der Ausführung der Erdungsanlage sowie des Potentialausgleichs. Zu untersuchen ist hierbei vorrangig die elektrische Beeinflussung, welche zu Störungen oder Gefährdungen führen kann:

Bei der Untersuchung der elektrischen Beeinflussung ist auf die Beeinflussungsquellen und -senken Rücksicht zu nehmen. Ziel bei der Erstellung eines Erdungskonzeptes ist es, das Maß an Gefährdung auf ein normativ festgelegtes Minimum zu reduzieren. Bei den Untersuchungen ist auf folgendes Rücksicht zu nehmen:

 

Das Institut für Elektrische Anlagen und Netze kann zu Erhebung dieser Faktoren beitragen und verfügt über die Kompetenz mit den erhobenen Daten Kunden, Planer, Ausführende und Prüfer einer Erdungsanlage zu unterstützen. Hierbei greifen mehrere am Institut verankerten Fachbereiche ineinander mit dem primären Ziel eine sichere und langlebige Erdungsanlage zu erhalten.

 Ein weiterer Themenschwerpunkt am Institut für Elektrische Anlagen und Netze in Sachen Erdungs- und Potentialausgleichssysteme stellt die messtechnische Erhebung und Überprüfung solcher Anlagen dar. Demnach verfügt das Institut über modernstes Messequipment (Details siehe hier), mit welchen Messungen (auch an großflächigen) Erdungs- und Potentialausgleichssystemen nach den neuesten Standards möglich ist.

 

 

Die wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz und EMV spiegeln sich in folgenden Publikationen wieder:

Publikationen

2020
Fürnschuß, M., Pichler, M., Schürhuber, R., Renner, H., Pack, S., Schmautzer, E.
Herausforderungen an Erdungs- und Potentialausgleichssysteme von DC-Energieübertragungskabeln
In: 16. Symposium Energieinnovation EnInnov 2020: ENERGY FOR FUTURE - Wege zur Klimaneutralität - Technische Universität Graz, Graz, Österreich, 13.02.2020 [Paper und Vortrag]

2019
Muratovic, R.
Wechselseitige niederfrequente induktive Beeinflussung von Kabelsystemen
Dissertation - Technische Universität Graz, Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Graz, Österreich, 06.12.2019

Pichler, M., Fürnschuß, M., Friedl, K., Schürhuber, R., Schmautzer, E.
Elektrische Erdung bei untertägigen Infrastrukturprojekten
In: 16. ATC² -Symposium - Technische Universität Graz, Graz, Österreich, 29.11.2019 [Paper und Vortrag]

Lehtonen, M., Pichler, Schürhuber, R.
Ground potential rise and lighning overvoltages in control systems of large power-plants under high soil resisitivity
In: 20th International Scientific Conference on Electric Power Engineering, EPE 2019, Koutynad Desnou, Tschechien 15.05.2019 [Paper und Vortrag]

2018
Fickert, L., Mallits, T., Resch, M.
Earth fault current distribution and proof method of global earthing systems
In: 19th International Scientific Conference on Electric Power Engineering, EPE 2018, Brno, Tschechien 16.05.2018 [Paper und Vortrag]

Mallits, T.
Fehlerstromaufteilung und Potentialverhältnisse in komplexen (Globalen-) Erdungssystemen und deren Einfluss auf die Beurteilung
Dissertation - Technische Universität Graz, Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Graz, Österreich, 10.11.2018

 

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