GAD Awards 15

Die Fakultät für Architektur lädt zum GAD Award 2015. Bereits zum 13. Mal werden die besten Masterarbeiten des vergangenen Studienjahres von einer Fachjury gewählt, prämiert und zur Diskussion gestellt.

Vortrag André Poitiers (XAL)
Donnerstag, 8. Oktober 2015, 19.30 Uhr
XAL Headquarter, Auer-Welsbach-Gasse 36, 8055 Graz

Kostenloser Bustransfer
ab Alte Technik, Rechbauerstraße 12
zum XAL Headquarter
um 17.30 Uhr und 18.30 Uhr;
erster Rücktransfer 22.30 Uhr.

Preisverleihung
Freitag, 9. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Foyer - HS I, Rechbauerstraße 12/KG, 8010 Graz

Ausstellung der eingereichten Arbeiten
12. bis 15. Oktober 2015
HS II, Alte Technik, Rechbauerstraße 12/KG, 8010 Graz

 
 
 

PreisträgerInnen

In diesem Jahr wurden von der Fachjury zwei herausragende Projekte ex aequo für den GAD Award`15 ausgewählt. Weiters wurden der Tschom Wohnbaupreis, der Hollomey Reisepreis und ein Publikumspreis vergeben. Hier die Gewinner mit den Begründungen der Wahl der Jury aus dem Juryprotokoll 2015.

Kriechmair David // GAD Award 2015

MONGOLIA. Forschungszentrum für Desertifikation  

Das Projekt beschäftigt sich mit der Thematik der Desertifikation, die voranschreitende Ausbreitung der Wüste als weltweites Phänomen und plant die Entwicklung eines Forschungszentrums für diese Problemstellung in der Steppe der Mongolei. An Hand dieses Themas wird auf aktuelle geoklimatische Herausforderungen unserer Zeit hingewiesen. In seinem theoretischen Teil behandelt die Arbeit unterschiedliche Themenkreise wie Geschichte, Bevölkerung, Infrastruktur, Landschaft und traditionelles Bauen. In seinem Entwurf geht der Bearbeiter äußerst akribisch und systematisch auf die Schritte von Ortfindung, über Referenzen, Materialaussage bis zur Körperfindung, ein. Hervorzuheben ist die Arbeit an Modellen und Diagrammen. Die einzelnen Pläne sind sauber und präzise ausgearbeitet und entsprechen der architektonischen Gesamtaussage. Im Sinne einer Abrundung des räumlich und gestalterisch spannungsvollen Angebotes könnten weiterführende Überlegungen dahin angestellt werden, die Materialität noch präziser aus gesamtökologischer Betrachtung zu wählen.

Katharina Rabanser // GAD Award 2015

unten - Stadthybrid mit Tiefgang   

Entgegen den insbesondere heute häufigen und zum Teil exzessiven Ansprüchen an Höhenentwicklungen von Objekten, wird hier durch Aushöhlung, Ausgrabung ein neuer städtischer Raum entwickelt. Dieser versorgt den unterirdischen Bahnhof mit natürlichem Licht, und reichert ihn mit einem neuen Platz an. Ausgehend von diesem urbanen Platz, entwickelt sich eine Ergänzung der bestehenden baulichen Strukturen in die Höhe der auf dem Normalniveau bestehenden universitären Einrichtungen. Die besondere Qualität dieses Projektes besteht neben der angesprochenen Aufwertungen und neu geschaffenen Beziehungen darin, dass der versunkene Platz, den Blick nach Oben ziehend, räumliche Differenzierungen anbietet. Ein etwa auf halber Höhe der Ausgrabung gesetzter Raum differenziert die „Ausgrabung“ spannungsvoll, sowohl durch das Angebot eines gedeckten Platzteils, als auch durch die unterschiedlichen Lichtsstimmungen die Tages- und Nachtsituationen bieten. Dieses insgesamt reiche Stadtraummodell zeigt exemplarisch auf, wie die Befriedigung neuer räumlicher Notwendigkeiten mit einer Aufwertung von öffentlichen Zonen einhergehen kann.

Hannah Feichtinger // Hollomey Reisepreis

Prekäres Wohnen | Analyse unterschiedlicher Formen von Gefängnisarchitektur unter Berücksichtigung aktueller Tendenzen  

Das Projekt beschäftigt sich mit einem „Rand“- Bereich von Städtebau und Architektur. Minutiös analysiert , wird der in unterschiedlichen Perioden jeweils gesellschaftlich differente  Anspruch an „Bewahrungsanstalten“, dargestellt. Der Fokus der Betrachtung richtet sich hierbei nicht nur auf die Institution als Behältnis, sondern vermittelt die Thematik prekären Wohnens aus der Außen- und Innensicht, wie auch mit Blick auf die städtebauliche und gesellschaftliche Komponente. Somit wird ein in der Gesellschaft meist verdrängter Lebensbereich ins Bewusstsein gerückt. Als Abschluss der Analyse wird ein Gedankenmodell „Raum weiterdenken“ erarbeitet, für das Handlungsfelder für die Zukunft entworfen werden. Ein nicht zuletzt ob der aktuellen Thematik der Vertreibung von Menschen, wie auch der ökonomisch gesellschaftlichen Schere sehr aktueller Beitrag.

Selina Mirkovic // Tschom Wohnbaupreis

Grosswohnsiedlung.The life within  

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik der Großwohnsiedlungen und dem Versuch der Übersetzung in die heutige Zeit. Als Interventionsgebiet wird der Münchner Stadtbezirk Neuperlach, der sich Anfang der 60er Jahre durch das Bevölkerungswachstum drastisch veränderte, ausgewählt und betrachtet. In diesen Kontext implementiert das Projekt eine einheitliche Großform, die neben sozialen und kulturellen Einrichtungen, wie zum Beispiel eine vertikal geschichtete Schule, eine große Anzahl an unterschiedlichen Wohnungsgrundrissen, birgt. Neben dem Versuch, einer städtebaulichen Behandlung des Baukörpers ist besonders die Entwicklung und Durcharbeitung verschiedenster Wohnungstypologien hervorzuheben. Der Versuch, den Wohnungsbau als Ort sozialer Interaktionen zu sehen, wird gewürdigt. Schichtung und Auflösung der inneren Funktionen sind mit der gewählten Struktur der Außenhaut noch nicht in Übereinstimmung, das heißt weitere Gedanken in Richtung der Korrelation von Nutzung und äußerer Erscheinung, wie auch der Qualität des Außenraumes, wären es Wert gespielt werden. 

Tobias Gruber // Publikumspreis

Naš Dom. Parlamentsgebäude für Bosnien & Herzegowina

Die Dynamik der Bevölkerungsproteste im Frühjahr 2014 – auch als „Bosnischer Frühling“ bezeichnet – motivierte vorliegende Arbeit zu einer grundsätzlichen Untersuchung der vielschichtigen bosnischen Vergangenheit unter historischen, staats- und gesellschaftstheoretischen sowie philosophischen Aspekten. Mit der Frage nach einer repräsentativen Demokratie wird die zweifache und damit immer auch politische Funktion von Architektur – Zeichen und Medium, Darstellung und Darstellungsrahmen nicht nur im politischen Kontext eines Parlamentsgebäudes deutlich. Im Rahmen des architektonischen Projekts – ein Parlamentsgebäude für Bosnien Herzegowina – ist sie eine Utopie.

Jury

Sonja Gasparin // gasparin & meier architekten, Villach
Sonja Gasparin studierte von 1970 bis 1974 Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste und von 1974 bis 1982 Architektur in Wien. Seit 1989 besitzt sie ein gemeinsames Atelier mit Beny Meier. Von 1998 bis 2002 war sie Vizepräsidentin der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten. Bis 2006 war sie Delegierte in der Bundeskammer der Architekten und Ingenieur-konsulenten und in den ACE (architects council of europe). Von 2003 bis 2007 war sie als Lektorin an der TU Wien und seit 2005 als frauenpolitischer Beirat der Stadt Villach tätig. Weiters war sie im Zeitraum von 2006 bis 2008 Mitglied des Beirats für Stadtgestaltung der Stadt Linz und von 2009 bis 2012 Mitglied des Beirates für Stadtgestaltung der Stadt Steyr.

Wolfgang Novak // Anah / Berlin & Salzburg
Wolfgang Novak ist Architekt mit Schwerpunkt auf Stadt- und Architekturtheorie. Er ist einer der beiden Gründer von Anah und Mitherausgeber des gleichnamigen Magazins. Sein Studium der Architektur an der TU Graz schloss er 1999 ab. Er war in verschiedenen Architekturbüros in Österreich und im Ausland tätig, wie beispielsweise NOX Architekten in Rotterdam. Er hat umfangreiche Lehrerfahrung in Österreich und Deutschland und besuchte von 2012-13 das Weiterbildungsprogramm zum MAS in Landscape Architecture an der ETH Zürich.

André Poitiers // André Poitiers Architekt GmbH, Hamburg
André Poitiers studierte in Braunschweig Architektur, nachdem er eine Tischlerlehre auf der Asmus Yachtwerft in Glückstadt absolviert hatte. Bei Norman Foster in London war er Mitarbeiter und seit 1995 führt er als freischaffender Architekt ein eigenes Büro in Hamburg. Er wurde im Jahr 2000 in das Royal Institute of British Architects berufen.

Sponsoren

Organisation und Umsetzung
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Institut für Architekturtechnologie
Rechbauerstraße 12/I
8010 Graz

Armin Stocker
stocker[at]tugraz.at
Tel.: 0316/873-6307