GAD Awards 11

Programm

  • Vortrag
    Tobias Wallisser
    // LAVA Stuttgart-Sydney, Stuttgart, Sydney (DE/AUS)
    Donnerstag, 13. Oktober 2011 um 19.00 Uhr
    TU-Graz Rechbauerstraße 12, HS1
  • Preisverleihung
    Freitag, 14. Oktober 2011 um 19.00Uhr
    TU-Graz Rechbauerstraße 12, HS2 & Foyer
  • Ausstellungsdauer
    14. - 21. Oktober 2011
    TU-Graz Rechbauerstraße 12,HS2 & Foyer
  • Ausstellung der prämierten Arbeiten
    4. - 11. November 2011
    Mumuth, Foyer 1. OG, Lichtenfelsgasse 14, 8010 Graz

PreisträgerInnen

Bernhard Luthringshausen & Evelyn Temmel // 1. Preis

Casablanca- Die Geographie der Dichte

Die Geographie der Dichte Durch die spezielle Physiognomie, Geschichte und derzeitige Situation Casablancas stellt sich die Frage, wo die Potentiale liegen um den diagnostizierten Sprung zur Megaregion Rabat/Casablanca zu vollziehen. Die Stadt besitzt weder eine ausgeprägte Topographie noch einen übergeordneten zusammenhängenden Stadtcharakter, sondern ist in ihrer Bebauungsstruktur eher als eine Aneinanderreihung von Wohnexperimenten zu sehen. Die zahlreichen Identitäten der einzelnen Stadtfelder werden anhand ihrer Bebauungsdichte und Bevölkerungsdichte untersucht um so zu einer Interpretation des sehr heterogenen Stadtgefüges zu kommen. Dichte soll als Werkzeug und Methode dienen, um diese zahlreichen Zustände und Atmosphären der Stadt zu begreifen und um sie in ihrer Bedeutung der Stadtlandschaft zuordnen zu können. Die „Geographische Betrachtung“, als eine Art Psychoanalyse, des Stadtfeldes dient dazu, räumliche Strukturen und Prozesse innerhalb der Stadtlandschaft aufzudecken und zu erkennen, festzulegen und um mögliche innerstädtische Verdichtungsräume klar definieren zu können - eine Geographie der Dichte. Der Konflikt über den Wohnraum als stadtgenerierender Faktor wird in dem Projekt als Ausgangspunkt und Grundlage für die Entwicklung des Entwurfs gesehen.
Betreuer/in: O.Univ.- Prof. Jean Marie Corneille Meuwissen

Christian Hoffelner // 2. Preis

A Zine

A Zine behandelt Methoden des Ver­öffentlichens im Eigenverlag, die Themen aus den Bereichen Architektur, Kunst und ­Gestaltung verhandeln. Bücher, Hefte, Poster oder Zines stellen Rahmenwerke dar, deren innere Zusammenhänge im Herstellungsprozess Inhalte, Konzeption, Ausführung und ­schließlich ihre ­Kom­munikationsfähigkeit beeinflussen. Bei Self-Publishing-Projekten im architektonischen Kontext werden mit ­kol­laborativen und trans-disziplinären Verfahren für einen fach­spezifischen Diskurs Themen bearbeitet und unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften ­auf­gebaut. Diese Ko­operativen zeichnen sich durch einen fruchtbaren Austausch von ­spezialisiertem Wissen aus. Als Werkzeug ­verstanden, eröffnen Self-­Publishing-Strategien Betätigungsfelder und Handlungsspielräume und greifen in eine Transformation des Buchbegriffes ein.
Betreuer/in: Em. Univ.-Prof. Hans Kupelwieser

Gernot Stangl // 2. Preis

on no body. Die Gestalt des leeren Körpers

Das Thema der Diplomarbeit ist die räumliche Analyse eines utopischen Gebäudeentwurfs des Architekten Friedrich Kiesler (1890 - 1965). Es handelt sich dabei um eine sehr komplexe Schalenkonstruktion, in die, wie aus überlieferten Schriften des Architekten hervorgeht, Wegeführungen und Raumkonstellationen eingeschrieben sind, Die Analyse gewichtet mit Hilfe numerischer Methoden einzelne Punkte des Innenraumvolumens nach verschiedenen Kriterien und teilt den Einraum in unterschiedliche Raumbereiche ein. Grundlage für die Analyse sind die Daten eines Computerprogramms, das für diese Diplomarbeit entwickelt wurde. Dieses Programm betrachtet die im räumlichen Modell eines Gebäudes enthalten Hohlräume, berechnet das Volumen des sichtbaren Raums an einem gegebenen Punkt und vergleicht die Eigenschaften mehrerer Punkte. Aus dem Ergebnis können Schlüsse über die räumliche Verteilung von Sichtbarkeiten gezogen werden. Die Ergebnisse der Berechnungen werden grafisch anschaulich ausgegeben und können interaktiv dreidimensional manipuliert werden. Es werden Beispiele für verschiedene Darstellungsweisen gezeigt. Das Programm ist über eine Schnittstelle auch in der Lage, andere Raumsituationen zu analysieren und soll als Prototyp für zukünftige Raumanalysen weiterverwendbar sein. Eine Architekturtheoretische Einordnung der Analysemethode befasst sich mit Aspekten der Raumbetrachtung in Kunst, Philosophie und Ingenieurwesen, die bei der Entwicklung des Programms aufgegriffen wurden.
Betreuer/in: Univ.-Prof. Urs Hirschberg

Karlheinz Boiger // 3. Preis

House of Arts and Culture Beirut

Diese Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit einem durch einen Bürgerkrieg geschundenen städtischen Raum der Stadt Beirut und mit einem Entwurf für das neue „House of Arts & Culture“ werden in weiterer Folge die Konfigurationen und die Möglichkeiten einer Architektur für ein multifunktionales Kunst- u. Kulturgebäude an einem konkreten Projekt ausgelotet. Mit dem Standort in der libanesischen Hauptstadt Beirut wird das Spannungsfeld des Kulturraums des Nahen Ostens eröffnet. Die Annäherungen an die Aufgabenstellung für den Entwurf erfolgt einerseits über eine Skizzierung der Zerstörung und dem anschließenden Wiederaufbau der Stadt, sowie über einen groben Umriss der Gebäudetypologie in der Wandlung zum Kunst- und Kulturzentrum. Das „House of Arts & Culture“, mitten im Stadtzentrum liegend, soll neben musealen Ausstellungsflächen auch große Veranstaltungsräume für Theater, Tanz sowie Musik und Kunstperformances, ein Film- und Dokumentationszentrum, und Seminar- und Kongressbereiche beinhalten, aber auch Studios und Werkstätten für KünstlerInnen erweitern als Raum für die Produktion das Raum- und Funktionsprogramm. Durch die Inszenierung einer großen Veranstaltungshalle, als ein durch den Baukörper durchgesteckter Großraum, wird eine gesteigerte Intensität im Bezug nach Außen erzeugt, die in weiterer Folge auch eine Veränderung in der Wahrnehmung der Stadt vollziehen soll.
Betreuer/in: Uni.-Prof. Hans Gangoly

Kristina Demund & Johannes Paar // Tschom Wohnbaupreis

Control & Laissez-faire. Schritte am Nordwestbahnhof

Der Wiener Nordwestbahnhof ist ein wenig bekannter Güterbahnhof in zentraler Lage, den der Strukturwandel bald zur Entwicklung freigeben wird. Seine heterogenen Nachbarschaften, gute Anbindung, und Erreichbarkeit sind große Potenziale, die bei seiner Transformation auch ausgeschöpft werden sollen. Nur eine schrittweise Entwicklung kann die Chancen des Areals nützen und räumliche, soziale sowie thematische Verflechtungen mit der Umgebung entstehen lassen. Unsere Diplomarbeit versteht daher die Transformation des Nordwestbahnhofs als Evolutionsprozess, in dem sich auch Nutzungen und Räume erproben können. Die Anwendung städtebaulicher Instrumente und das Arbeiten mit dem Faktor des Unvorhergesehenen bilden eine Kombination aus Kontrolle und Laissez-faire. Die von uns formulierten Strategien sollen zu keinem Endzustand führen, sondern einen Rahmen für die Entwicklung geben. Dementsprechend zeigt die Arbeit die Umsetzung dieser Strategien in einem möglichen Entwicklungsszenario, das in Momentaufnahmen die Veränderungen dokumentiert.
Betreuer: Klaus K. Loenhart

Barbara Weingartner // Hollomey Reisepreis

Das Wesen der Geisterstädte

Aus den 13 eingereichten Bewerbungen für den Hollomey-Reisepreis hat sich die Jury für die Arbeit „Das Wesen der Geisterstädte“ von Barbara Weingartner entschieden. Das Projekt wurde ausgewählt, weil die Fragestellung, die als Grundlage der Reise dient, ein zeitgemäßes Thema betrifft und präzise formuliert ist. Mit dem Thema der Geisterstadt in China greift die Kandidatin ein Thema auf, das bisher in der Diskussion über China kaum zum Vorschein kam. Die Jury empfiehlt der Preisträgerin, die Stationen ihrer Reise präzise vorzubereiten und eine Darstellungsmöglichkeit zu finden, die dem Wunsch des Preisstifters entspricht.

Andreas Huemer  // Sonderpreis - Künstlerischer Preis

Collage and Contradiction

Collage & Contradictions ist eine Zusammenfassung von fast 200 Jahre der Architekturgeschichte und Architekturtheorie. Eine Sammlung von Projekten und ihre Theorien. Gesammelt, in den historischen Kontext gesetzt, ausgewertet und als Ganzes zusammengefasst um damit ein fiktives Projekt an einem anderen Ort zu beschreiben. Dieser Ort wurde aus den Projekten rund um Manhattan extrahiert, ein Ort ziemlich unbekannt für die New Yorker, die Meadowlands. Durch die historischen Projekte wurde eine Art Sprache entwickelt, um Orte auf verschiedenste Weisen zu beschreiben. Durch Verknüpfung mit mehr als zwanzig sehr unterschiedlichen Projekten, kann ein Ort aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet werden. Diese Winkel sind nicht nur vom Autor definiert, sie sind die Ideen von einigen der bemerkenswertesten Architekten und daher nicht nur auf ein Subjekt gegründet, sie sind eine Collage von verschiedensten Charakteristiken der Geschichte. Die Ergebnisse sind verschiedenste Beschreibungen der Meadowlands. Zum Beispiel welche Art von Qualitäten bereits vorhanden sind, die aber dem durchschnittlichen Betrachter nicht bewusst sind. Es werden aber auch Ratschläge in welche Richtung sich eine Region weiterentwickeln könnte beschrieben. 
Um diese Hinweise sichtbar zu machen arbeitet Collage & Contradictions mit den verschiedenen Möglichkeiten von Visualisierungen die in den vorher gezeigten Projekte verwendet wurden. Collage & Contradictions zeigten einen Weg, wie man mit Geschichte und Theorie in einem neuen Ansatz behandeln kann. Das Sammeln der wichtigsten Daten eines Projekts, seine Theorie, den Lebenslauf des Designers und ihrem historischen Kontext auf eine Doppelseite zu bringen, war eine Herausforderung, aber die Ergebnisse waren sehr genaue Kenntnisse darüber, wie architektonische und urbanistische Projekte miteinander verwoben sind. Auch das mehrmalige überarbeiten historischer Projekte hat gezeigt wie eine Idee auf verschiedene Ebenen verstanden werden kann.
Zunächst die Sammlung von Daten, dann ist die Zeichnung der Projekte, die Analysen, die Qualitäten der Projekte und am Ende der Test ob einige der Ideen von früheren Projekten in einer neue Umgebung gefunden werden kann. Collage & Contradictions wählte die Meadowlands in Verbindung mit Manhattans Geschichte versucht aber nicht die Geschichte von New York zu erklären. Deswegen sind einige Abschnitte in diesem Buch, wie die Forschung über New York für ein allgemeines Verständnis des Ortes zu verstehen und deshalb im Buch angeführt. Dieses Buch sollte auch ein Leitfaden für andere Standorte als die Meadowlands werden und helfen Orte aus verschiedenen Blickwinkeln beurteilen zu können.
Betreuer/in: Univ.-Prof. Klaus K. Loenhart

Jury

Thomas Pucher // Atelier Thomas Pucher, Graz (AT)

Laurent Stalder // ETH Zürich, Zürich (CH)

Markus Tomaselli // TU Wien | Wien (AT)

Tobias Wallisser // ABK Stuttgart, Stuttgart (DE)

Tina Wolf // TU München, München (DE)

Partner

 
Organisation und Umsetzung
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Institut für Tragwerksentwurf
Technikerstraße 4/4
8010 Graz

Tel.: 0316/873-6211
Fax: 0316/873-6712
tragwerksentwurf[at]tugraz.at

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