Wintersemester 2014/15

Ceramic Re:Visions

Institut für Tragwerksentwurf

Die Baukeramik – Fliesen, Dach- und Mauerziegel – ist ein Materialsystem mit langer Tradition, doch nur der Mauerziegel hat als tragendes Element weltweit und in Österreich Bedeutung erlangt. Fortschritte im Bereich des Materials selbst, präzise und flexible Herstellungsmethoden sowie die Integration digitaler Entwurfswerkzeuge bis hin zur Baurobotik bieten nun neuen Gestaltungs- und Konstruktionsspielraum. Ziel der Projektübung ist die Entwicklung eines innovativen keramischen Materialsystems, das neuartige zu entwerfende Elemente als tragende Bauteile ausbildet und fügt. Die Entwurfstätigkeit wird dabei durch den praktischen Umgang mit dem Material und der Herstellung von Probestücken geprägt.

Konzept und Leitung: Stefan Peters, Andreas Trummer & Martin Bechthold

Digitales Lexikon architektonischer Modebegriffe

Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften

Die Studierenden haben nach aktuellen Modebegriffen des Architekturdiskurses geforscht, sich jeweils einen Begriff  ausgesucht und dazu einen Essay verfasst, der einem mehrstufigen internen Peer-Review-Verfahren unterzogen worden ist.  Anschließend wurden die Essays von ihren VerfasserInnen mit Bildern, interaktiven Links, Filmen etc. medial erweitert. Daraus wurde unter der Leitung von Christian Hoffelner ein digitales „Mini-Lexikon architektonischer Modebegriffe“ gestaltet. Ziel der Projektübung war es, den ideologischen Kontext der jeweiligen Begriffe, die Gründe ihrer Entstehung und ihre Funktionsweise zu erforschen und eine kritische Distanz zu ihnen zu entwickeln.

Konzept und Leitung: Anselm Wagner, Ana Jeinić, Christian Hoffelner & Karin Tschavgova

Museum für Fotografie

Institut für Gebäudelehre

Beginnend mit dem 18. Jahrhundert fungierten Museen als Stätten der Bildung und wissenschaftlichen Forschung, in denen Kunstwerke gehütet und gleichzeitig einer Öffentlichkeit präsentiert wurden. Diese Konnotation des „Tempels der Kunst“ verlor im Laufe des 20. Jahrhundert an Bedeutung. Heute pendelt diese Bauaufgabe zwischen Funktionserfüllung und architektonischer Repräsentation: Für Architekten bietet sie, auf Grund der programmatischen Freiheiten, Gelegenheit zur Selbstdarstellung, andererseits spielen Museen als Orte der Identifikation eine wichtige Rolle im Konkurrenzkampf der Städte um höhere Touristenzahlen und Kapitaleinnahmen. Die Frage stellt sich was von der musealen Aufgabe des Sammelns, Bewahrens und Ausstellens übriggeblieben ist und wie sich die Institution eines Museums jenseits einer ikonenhaften Erlebnisarchitektur positionieren kann? Welche räumlichen Anforderungen werden an ein Museum gestellt, das sich dem Medium ‚Fotografie’ widmet? Diesen Fragen werden wir an Hand eines Entwurfs für ein Museum in Grazer Zentrallage nachgehen. Themen der Komposition und des typologischen Entwerfens sowie die Auseinandersetzung mit der Geschichte dieser Gebäudetypologie sind zentrale Aspekte der Entwurfsaufgabe.

Konzept und Leitung: Hans Gangoly & Eva Sollgruber

CAMPUS_Maribor

Institut für Architekturtechnologie

Konzept und Leitung: Roger Riewe & Marisol Vidal

Bus_Terminal as infrastructural loft

Institut für Architekturtechnologie

The Studio adresses the topic of mobility and infrastructural architecture in the context of exploding number of bus connections due to the statutorily liberalisation of intercity bus traffic in Germany in 2013. The ZOB [Central Bus Station] Berlin cannot face the large number of buses and passengers that tripled in the last 1,5 years. The „worn out“ ZOB, built in 1966, urgently needs a redesign to manage the about 3Mio passengers and 165.000 buses per year and the number grows. In the Studio we will take this opportunity and relocate it, transforming a complex plot just next to the Berliner Ring A100 and the tradefair Berlin into a new infrastructure hub comparable to the qualities the traveler experience at airports. Not a roofed stop to hop on but rather a terminal to bord: a bus terminal.
In addition to this the Studio asks for enhanced potentials of infrastructural buildings. Being neighbour to the tradefair Berlin offers further potentials concerning urban programs. The Studio will examine structures for mixed-use that are yet undetermined offering systems for adaption and public spatial resources. We will go beyond the monofunctional infrastructure of a busterminal making it a hybrid public framework.
In reference to Kees Christianse´s „City as loft“ we will regard the busterminal as an infrastructure with the potential of an urban „loft.“

Konzept und Leitung: Roger Riewe & Marcus Stevens

Bus_parkhouse as tourist hub

Institut für Architekturtechnologie

The Studio addresses the topic of mobility and infrastructural architecture through a new hybrid typology: the buspark+hotel.Berlin counts as one of the favorite touristic destinations worldwide. Either by plane, train, private car or bus, Berlin is accessed by an ever-increasing number of tourists. Invaded by touristic buses on a daily basis, Berlin’s attractive center is in urgent need of a new strategy. What about a centralized model, serving a limited but highly touristic area of Berlin? A stacked car-park upgraded to a real tourist hub: the bus traveler’s entrance gate to Berlin. This newly developed transport node has to function as a receiver, mediator and distributor of tourist flows.

Task:
Has a car-park structure in a city center ever been an attractive task for architects? Hidden behind opaque facades, stacked parking buildings have mostly rendered as „dysfunctional“ features of the urban landscape.
The present task challenges students to approach the issue of bus mobility in the form of a new typology: the hybrid bus-park-hotel understood as tourist hub. So, how can a bus-park improve its performance in the urban environment? Moreover, considering the highly privileged location next to Berlin‘s Alexanderplatz, can a building dedicated to transport catalyze new urbanity?
The assignment consists in designing a structure capable of housing a bus-park and a hotel, linked by public areas. A hybrid where infrastructural use, housing and leisure come together. It has to become a strong feature of Berlin‘s cityscape and provide a very alive urban experience. The bus-park shifted to a tourist hub should guide and stir both automobile and pedestrian flows.

Konzept und Leitung: Roger Riewe & Sorana Radulescu

Bet- und Lehrhaus

© Eva Ploy

Institut für Raumgestaltung

In Berlin entsteht ein Bet- und Lehrhaus für die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Diese Bauaufgabe ist weltweit einzigartig und die Idee, das Gemeinschaftliche zu leben und trotzdem für jede Religion einen eigenen Betraum zu haben, griffen wir im Rahmen einer Projektübung auf. Als Bauplatz wurde ein Grundstück im zweiten Wiener Gemeindebezirk am Karmeliterplatz ausgewählt, da dieser eine gelebte Durchmischung von Bewohnern jüdischer, christlicher sowie islamischer Glaubensgemeinschaften aufweist. Wesentlich war uns einerseits die gesellschaftliche Dimension zu reflektieren und anderseits räumlich architektonische Antworten für dieses Gemeinsame zu finden, wobei Fragen der Raumqualitäten, deren Materialisierung und des Lichts im Fokus standen. Das Projekt wurde in der Projektübung im Maßstab 1:200 entwickelt und in einem nächsten Schritt mittels 1:50 Modellen die Raum- und Tageslichtsituation überprüft.

Konzept und Leitung: Irmgard Frank

(RE-)FRESH. Micro climates for macro change

Institut für Architektur und Landschaft

Klima und Klimawandel bestimmen nicht nur unsere unmittelbaren Lebensbedingungen, sondern auch unsere politische, gesellschaftliche und gebaute Realität. Menschen, die lokale Umweltbedingungen als nicht mehr lebenswert erfahren, flüchten in geschlossene Räume, die künstlich und mit hohem technischen Aufwand ein erträgliches Klima konstruieren. Dies stellt uns heute vor neue, bislang unbekannte planerische und gesellschaftspolitische Herausforderungen.
Maßnahmen, die auf eine Verbesserung des Klimas abzielen, schaffen also nicht nur bessere Lebensbedingungen vor Ort, sondern sind auch eine Investition in das Zusammenleben auf unserem Planeten. Klar ist aber auch, dass derartige Verbesserungen weder durch den Bau von Klimaoasen, die abgekapselt von der übrigen Umwelt einer Elite vorbehalten sind, noch durch großmaßstäbliche Top-Down-Methoden erreicht werden können. Nachhaltiger ist das Zusammenspiel zahlreicher Mikro-Initiativen, die unter Einsatz lokalen Know-Hows eine Verbesserung des örtlichen Klimas erreichen, in Summe jedoch zur Aufwertung des globalen Klimas beitragen können.
Der österreichische Pavillion auf der Expo 2015 in Milano, ein Projekt vom team.breathe austria [terrain: in Kooperation mit dem ia&l der TU Graz u.a.] steht unter anderem prototypisch für eine derartige Mikro-Initiative. Ihr Potenzial für eine breitenwirksame Makro-Entwicklung soll im Rahmen des Masterstudios anhand unterschiedlicher Standorte auf der ganzen Welt untersucht werden.

Konzept und Leitung: Dominik Scheuch, Fabian Wallmüller & Klaus K. Loenhart

temporär wohnen_im alter

Institut für Wohnbau

Im Sommersemester 2014 hat das Institut für Wohnbau alle Lehrveranstaltungen der Ideen- und Szenariensuche für den Ort Obdach gewidmet, die hervorragenden Arbeiten können unter den folgenden Stichworten zusammengefasst werden:
- Bürgerbeteiligungsprozesse
- Nutzung der Freiräume - öffentlich, halböffentlich, privat
- Nachnutzungen des Leerstands: allgemein und in Netzwerken gedacht

Aufbauend auf den erarbeiteten Grundlagen werden wir in disem Semester die einzelnen Leitideen unter dem Aspekt des Semesterthemas "wohnen_im alter" konkretisieren. Die Ansprüche alter Menschen an ihre Wohnumgebung sind im Grunde nicht anders als die jüngerer Menschen. Krankheit, Immobilität, Deprivilegierung, Singularisierung oder auch Vereinsamung können alle Altersgruppen betreffen. Abgesehen von multipelerkrankter und hochbetagter Menschen sind sie ähnlichen Belastungen ausgesetzt wie jüngere Menschen. Die Lebensqualität im Alter hängt, wie in der Gesamtgesellschaft, primär eher von den wirtschaftlichen oder auch von den sozialen Faktoren ab. Neue Wohnformen für ein Altern in Würde sollen auch der Vereinsamung in der Gesellschaft auf Grund der immer flexibleren und individualisierten Lebensformen entgegenwirken.

Konzept und Leitung: Elisabeth Anderl & Andreas Lichtblau

Choose your sky

Institut für Gebäude und Energie

„There are persuasive arguments in favor of cities under single umbrella shells. (...) The established cities will probably not adopt the doming until environmental and other emergencies make it imperative.“ Buckminster Fuller, 1960

Fuller‘s Idee des "geodesic dome" für Manhattan beschreibt, dass der Energieverlust einer Stadt mit hoher Dichte um das 85-fache minimiert werden kann. Diese Behauptung eröffnet die Möglichkeit, auf urbaner Ebene zu untersuchen, wie mit Energieverbrauch und effizientem Umgang mit Ressourcen umgegangen werden kann. Sonnenenergie, Nahrungsmittel, Betriebsenergie der urbanen Funktionen und geschlossene Energiekreisläufe dienen als Parameter, um die Morphologie der Stadt entstehen zu lassen.
Während des Wintersemesters sind starke konzeptionelle Positionen gefragt. Sie sollen die zukünftigen sozioökonomischen und energetischen Herausforderungen berücksichtigen. Die individuellen Projekte werden unterstützt mit Inputs für Lebensmittelproduktion, Vertical Farming auf der einen Seite und mit Klima- und Energiedesign als Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten bezogen auf die Projekte - in Interaktion zwischen Sonnenenergie und Mikroklima.

CHOOSE YOUR SKY repräsentiert als Gedankenmodell die Erde als geschlossenes System, ein Punkt im Universum, welcher, bezogen auf unser heutiges Wissen, der einzige Ort ist, der mit seinem Energiehaushalt das Überleben des Menschen ermöglicht.

Konzept und Leitung: Brian Cody & Daniel Podmirseg

reSkinning Kronesgasse

Institut für Architektur und Medien

Für die ehemalige Volksschule Kronesgasse wird eine neue Identität im Sinne des Inhaltes der Architekturuniversität entworfen, um die Aktivitäten im Inneren auch nach außen abzubilden.
Dies wird durch eine Add-On Hülle vor der bestehenden Fassade erzeugt, die einerseits dem Gebäude eine neue Identität verleiht, und andererseits die Funktionen der bestehenden Gerbäudefassade komplementiert.

Konzept und Leitung: Urs Hirschberg, Milena Stavric, Renate Weissenböck & Stefan Zedlacher