Wintersemester 2013/14

holzhotel

Institut für Tragwerksentwurf

Die von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik ausgelobte Aufgabe war klar: Mitten im Herzen Berlins, auf einer direkt an die Spree grenzenden Baufläche, sollte ein Hotel in Holz- oder Holzmischbauweise geplant werden. Das Hotel sollte sich durch eine material- und konstruktionsgerechte Architektur auszeichnen und mindestens vier Etagen aufweisen. Der Wettbewerb sollte die spezifischen Eigenschaften und Herausforderungen des nachhaltigen Baustoffes Holz aufnehmen und in gestalterischer, konstruktiver und statischer Hinsicht abbilden. Aber anders als bei anderen Wettbewerben gibt es beim
VDI-Wettbewerb „Integrale Planung“ noch eine ganz entscheidende Aufgabe im Vorfeld: es sind interdisziplinäre Teams zu bilden, denen Studierenden von mindestens zwei der Fachdisziplinen „Architektur“, „Bauingenieurwesen“, „Technischer Gebäudeausrüstung“ oder anverwandten Studiengängen angehören. Dabei waren Teamgrößen von zwei bis sechs Studierenden zugelassen. Diese Aufgabe stellte viele Hochschulen und Fakultäten vor eine große Herausforderung.

Konzept und Leitung: Stefan Peters, Andreas Trummer & Peter Kaschnig

Räume der Gegenwart

Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften

Was haben Asylantenheime, Community Gardens, Deponien, Discounter, Energieparks, Gated Communities, Holocaust-Gedenkstätten, Lounges, Shared Spaces, Tierfabriken, Tujenhecken, Vertikale Farmen und Wellnesszonen gemeinsam? Sie stellen Raumtypen oder räumliche Elemente dar, die für die kulturelle und politische Verfasstheit unserer Gegenwart eine symptomatische Bedeutung besitzen. In der Projektübung "Räume der Gegenwart" werden ausgewählte Beispiele solcher Räume aufgesucht und mit kulturwissenschaftlichen, ethnologischen, architekturtheoretischen und phänomenologischen Methoden analysiert. Ziel der Projektübung ist es, zu erkennen, auf welche Weise sich gegenwärtige Kultur und Politik verräumlichen. Das Ergebnis der gewonnenen Erkenntnisse soll am Schluss auf wissenschaftliche und/oder architektonisch-künstlerische Weise dargestellt werden.

Konzept und Leitung: Anselm Wagner & Petra Eckhard

RURBAN CITY: SAO PAULO. Modos de fazer. Modos de usar.

Institut für Architektur und Landschaft

Wie kaum eine andere Stadt in Südamerika wird Sao Paulo von den sozialen Netzwerken und Praktiken ihrer Bewohner geformt. Die Schnelllebigkeit und Flexibilität dieser Alltagspraktiken aber auch der sozialen Bezüge und Grenzen beeinflussen die Entwicklung der Stadt. Durch vielfältige Interaktionen entsteht die Stadt jeden Tag aufs Neue. Gebäude und Infrastrukturen sind dabei wichtige Werkzeuge. Architekturen und Stadträume können hier in ungeahnter Geschwindigkeit entstehen, sprichwörtliche ganze Berge können versetzt werden.
So entstand im vergangenen Jahrhundert eine vielfältige, jedoch stark fragmentierte und segregierte Stadt. Von extrem hoher städtischer Dichte geprägt werden für nötige öffentliche und kollektiv bespielbare Freiräume viele Flächen im Außenraum versiegelt. In Folge kommen heute innerhalb der Stadtgrenzen nur 2,5 m2 Grünfläche auf jeden Paulistano - Einwohner Sao Paulos. Eine fehlende städtische Nahversorgung mit Grünbäumen, Lebensmitteln, hohe Smogbelastung und Hitzeinseln sind einige der Folgen.
In diesem Zusammenhang und auf dem ursprünglich reichen und klimatisch begünstigten Boden des Hochplateaus wollen wir zukünftig Chancen und Potentiale der Stadt recherchieren und entwickeln. So soll die Performanz bestehender Stadtstrukturen hinterfragt werden um mögliche Transformationen zu einer ökologisch und sozial nachhaltigeren Stadt zu entwerfen.
Diesen Aufgaben widmen wir uns am Institut für Architektur und Landschaft innerhalb unseres Forschungsschwerpunkts Rurban City. Rurban definiert sich dabei als Mischform aus urbanem Lebensstil und ruralen nachhaltigen Praktiken.
Im Rahmen des Masterstudios Rurban City: Sao Paulo begeben wir uns auf die Suche nach gestalterischen und konzeptionellen Antworten. Umwelt und Landschaft werden kurzum zu Protagonisten erhoben um die Praktiken aller Akteure neu in Beziehung zu setzen. im direkten Austausch mit lokalen Akteuren werden neue adaptive Konzepte und Architekturen für integrale und hybride Stadträume entwickelt werden. Ziel ist es hierbei, zukünftige Architekturen zu entwerfen, die ein Zusammenspiel von sozialer, ökologischer und ökonomischer Performanz ermöglichen und als neue rurbane Stadtdteile lebenswerte Vielfalt erzeugen.

Konzept und Leitung: Klaus K. Loenhart, Andreas Goritschnig & Anne Oberritter

PROJEKT: FULLSCALE STUDIO. Self-sufficient buildings for agricultural units

Institut für Architektur und Landschaft

Das Biharamula St. Francis University College (BISFUCO) wird eine Einrichtung zur Ausbildung von Lehrern für alle Schulstufen mit dem speziellen Fokus auf Landwirtschaft. Dieses Projekt soll über mehrere Jahre hinweg unter der planerischen Leitung von MOJO in Kooperation mit der Diözese Rulenge-Ngara entstehen und vor allem den in der Region fehlenden tertiären Bildungssektor, zumindest teilweise, abdecken.
Der Hintergrund dieses Projekts ist vor allem der Landflucht entgegen zu wirken und jungen Menschen auch in der Nähe ihrer Heimat eine qualitativ hochwertige höhere Bildung zu ermöglichen. 2015 soll spätestens der erste Jahrgang starten und ab diesem Zeitpunkt wird das BISFUCO durch die St. Augustine University of Tanzania (SAUT) betrieben werden
Die SAUT ist eine der ältesten Universitäten in Tanzania und der Hauptcampus befindet sich i nder Nähe von Mwanza am Südufer des Viktoriasees. Schon seit vielen Jahren betreibt die SAUT jedoch auch ein dezentrales Netz aus unterschiedlichen höheren Bildungseinrichtungen, die nahezu alle Regionen Tanzanias abdecken.
Gemeinsam mit unseren Partnern soll das BISFUCO mit einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Energie-, Wasserwirtschafts- und Abfallwirtschaftskonzept zu einer Vorzeigeinstitution werden und somit die dort ausgebildeten Lehrer, zusätzlich zur normalen Ausbildung, auch zu Profis in puncto Nachhaltigkeit werden lassen, um dieses Wissen dann in den Schulen auch an die weiteren Generationen weiterzugeben.
Im Zuge des Masterstudios am Institut für Architektur und Landschaft werden ein konzeptueller Masterplan, ein Bebauungsplan und speziell additive, autarke Raumsysteme entwickelt. Diese Systeme sollen adaptierbar für alle notwendigen Gebäudetypologien sein und mit den notwendigen Infrasturkturen abgestimmt werden.
Im Sommer 2014 werden in einer zweimonatigen Bauphase die ersten Gebäude mit unseren Partnern vor Ort umgesetzt.

Konzept und Leitung: Gernot Kupfer

temporär wohnen_prekär

Institut für Wohnbau

"Der Begriff Prekariat umfasst die Entsicherung der Lebensführung durch Minijobs, befristete Verträge, Praktikumslaufbahnen und moderne Tagelöhner. Er umfasst jene Existenzen, die die Avantgarde der Flexibilität bilden: Freiberufler, KulturarbeiterInnen, gering qualifizierte Servierkräfte, Kassierinnen, migrantische Hausarbeiterinnen und Niedriglohnjobber. Das Prekariat ist gekennzeichnet durch die Verflüchtigung sozialer Rechte, wie Anspruch auf  Arbeitslosengeld, Krankenversicherung und Rentenbezüge."
Text: Sven Opitz in „Diven, Hacker, Spekulanten“, Edition Suhrkamp 2013

Die Projektübung thematisiert eine innerstädtische, heterogene Wohnbebauung, die sich aus ca. 1/3 „leistbaren Wohnungen“ u.a. Gemeindewohnungen oder Zuweisungswohnungen, 1/3 sozialen Einrichtungen, wie betreute Wohngemeinschaften, Notschlafstellen, Tagesbetreuungen... und 1/3 wirtschaftlich genutzer Flächen zusammensetzt.
In der Lehrveranstaltung werden u.a. Räumlichkeiten für Einrichtungen entwickelt, die temporär prekäre Wohnverhältnisse
substituieren. Ziel der Lehrveranstaltung ist u.a. deren geeignete Verortung in der Gesamtanlage unter Bedachtnahme auf die thematischen und räumlichen Spezifika der gewählten Einrichtungen.

Konzept und Leitung: Elisabeth Anderl & Andreas Lichtblau

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