Prekäres Wohnen | Analyse unterschiedlicher Formen von Gefängnisarchitektur unter Berücksichtigung aktueller Tendenzen

Hannah Feichtinger

Das Thema des Strafvollzugs erlangt vor allem dann öffentliche Beachtung, wenn von Skandalen berichtet wird. Missstände innerhalb des Strafvollzugs werden zwar von engagierten Journalisten aufgedeckt, das Interesse der Zuständigen an einer raschen Erarbeitung von Lösungsansätzen scheint jedoch nicht allzu groß zu sein, wie der Fall des unlängst abgelehnten parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu den kritischen Zuständen in der Justizanstalt Stein zeigt. Strafvollzugsanstalten stellen zwar öffentliche Gebäude dar, sie sind jedoch nur für eine beschränkte Personengruppe einsichtig. Durch diesen Aspekt kann sich die Öffentlichkeit nur ein einseitiges Bild über die Zustände, den Alltag und die Bedeutung der fremdbestimmten Beschränkung des Ichs bilden, welches vielmals nur fragmentarisch bleibt. Das Thema des Strafvollzugs ist seit jeher von Relevanz, größere Reformen auf architektonischer Ebene haben seit einigen Jahrzehnten jedoch nicht stattgefunden. Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, die Auswirkungen der Architektur auf jene Menschen, die sich innerhalb der Gefängnismauern befinden, in den Fokus der Betrachtung zu rücken. Hierbei wird ein breiter Bogen gespannt, indem die Situation vor, während und nach der Haft aus architektonischer aber auch gesellschaftlicher Sicht beleuchtet wird. Um das komplexe Thema des Strafvollzugs besser fassen zu können, wird interdisziplinär auch auf die Bereiche der Philosophie und Soziologie zurückgegriffen. Darüberhinaus sind aktuelle wissenschaftliche Abhandlungen, die sich mit dem architektonischen Kontext der Strafe auseinandersetzen, kaum gegeben. Im Speziellen liegt der Betrachtungsfokus auf den Gegebenheiten in Österreich, der Blick wird aber stellenweise auf den europäischen Raum ausgeweitet. Die aktuelle Situation amerikanischer Haftanstalten wird im Rahmen dieser Masterarbeit nur gestreift.  

Die Masterarbeit prekäres wohnen | analyse unterschiedlicher formen von gefängnisarchitektur unter berücksichtigung aktueller tendenzen wurde vom Institut für Wohnbau (Andreas Lichtblau) betreut.