Hanife Tepegöz

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem türkischen Wohnhaus. Die Recherche der türkischen Wohnkultur reicht zurück bis in die Nomadenzeit der Türken und geht bis zur heutigen Situation. Mein Entwurf beschäftigt sich mit dem Thema „gemeinschaftliches Wohnen“ hat den Standort in Istanbul in Kadiköy (auf der asiatischen Seite Istanbuls). Der Entwurf soll architektonische Qualität mit hoher flexibilität in der Funktion vereinen und eine attraktive und angenehme Atmosphäre bieten. Das Ziel ist es einen Wechselspiel zwischen Gemeinschaftlichkeit und Individualität zu schaffen. Die Architektur soll die Kommunikation bzw. den sozialen Austausch der Generationen (z.B. Studenten, Absolventen, Familien, Freiberufler und Senioren) untereinander fördern. Weiters soll eine verstärkte Vernetzung der Nachbarschaft wieder hergestellt werden und somit das Gefühl einer Gemeinschaft hervorrufen. Meine Idee ist daher eine Neuinterpretation des türkischen Wohnhauses zu schaffen: „Ein gemeinschaftliches Wohnheim der Zukunft, das von den klassischen alttürkischen Wohnheimen inspiriert ist, als Gebäudetyp jedoch wegweisend sein sollte und die Entwicklung einer attraktiven Atmosphäre zum Wohnen, Studieren und sich austauschen unterstützt“. Die bauliche Tradition sollte als Basis für eine innovatives Konzept dienen, um optimalen Lebensraum für künftige Bewohner zu schaffen. Als Stadt mit der größten Einwohnerdichte der Türkei ist in Istanbul das Wohnproblem immer schon ein wichtigstes Thema gewesen. Besonders seit 30 Jahren verursachen die stark expandierende Industrialisierung ‐ Wirtschaft und intensive Migration ungeplant gewachsene Urbanisierungen und Mangel an Infrastruktur der Stadt, wodurch mehr Komplikationen aufgetreten sind. Auf der Suche nach besseren Erwerbsmöglichkeiten, einem leichteren Leben oder dem Traum vom Wohlstand suchen viele Menschen ihr Glück in der Stadt. Heute bevölkern offiziell über vierzehn Millionen Menschen eine Stadtfläche von 5.461 km², was etwa einer Dichte von 2.633 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Aufgrund von Schätzungen bezüglich des Verkehrsaufkommens hat Istanbul etwa fünfzehn Millionen Einwohner und nimmt damit einen Platz unter den ersten zehn bevölkerungsreichsten Metropolen der Welt ein, den so genannten Megacities. Aufgrund der hohen Dichte von Relikten aus den vielfältigen Architekturepochen aus der Zeit der Griechen, Byzantiner, Osmanen und Türken wurde die Altstadt von Istanbul 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Die Masterarbeit KUŞDILI ÇAYIRI_ Die Entstehung eines neu interpretierten türkischen Wohnhauses wurde von Andreas Lichtblau (Institut für Wohnbau) betreut.