Ein Stück Papier. Zeitgenössische Anwendung von Papier in der Welt der Architektur

Claudia Genger

Die Masterarbeit umfasst die Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Papier in der Architektur. Papier ist geprägt von Eigenschaften wie Leichtigkeit in Verbindung mit Komplexität, Flexibilität, Ökonomie und Ökologie. Kaum ein anderes Material hat so viele Gesichter wie Papier. Angewandt in der Architektur muss das Material einen Maßstabssprung überwinden. Es existieren in der Papierarchitektur zwei prinzipielle Annäherungen an den Werkstoff. Die eine davon, die sich stark an der Beschaffenheit von Papier orientiert und eine jahrhundertelange Geschichte hat, ist die Papierfaltung. Sie dient als Inspiration für Papierarchitektur, muss jedoch viele Schritte durchlaufen um auf Architektur angewandt werden zu können. Faltung ist einer der wenigen Mechanismen, die natürlich am Material Papier einzigartig umgesetzt werden können. Dennoch können nicht alle Schemen auf Architektur übertragen werden. Das zweite große Themengebiet ist die Entwicklung von alternativen Baustoffen, basierend auf dem Rezept von Papier. Die Arbeit fokussiert temporäre Strukturen, die als Parasiten in der Architektur agieren. An diese werden Ansprüche gestellt wie Flexibilität, individuelle Veränderung, Leichtigkeit und geringe Kosten. Papier erfüllt diese Parameter. Der Entwurf thematisiert die Nutzbarkeit von Papier als Baustoff für einen begrenzten Zeitraum, dessen Transformationsfähigkeit durch einfache Mittel und den individuellen Zugriff auf nachhaltige Stoffe unserer Welt. Das Projekt ist weniger ein fertig gedachtes System, sondern vielmehr der Entwicklungsprozess eines Bausteins. Die Entwicklung entstand am Modell und wird auch so präsentiert. Der Denkprozess erstreckt sich von kleinen Faltmodellen, über Belastungsmodelle, bis hin zu einem 1:1 Mock-Up, als raumbildendes Element.

Die Masterarbeit Ein Stück Papier. Zeitgenössische Anwendung von Papier in der Welt der Architektur wurde vom Institut für Raumgestaltung (Irmgard Frank) betreut.