Mission Statement - Institut für Stadt- und Baugeschichte (IstBau)

Das Institut für Stadt- und Baugeschichte entstand im Jahr 2006. Dabei war eine transdisziplinäre Ausrichtung statt eines rein kunst- und architekturgeschichtlichen Profils von der Fakultät ausdrücklich gewünscht. Dies wurde auf zwei Wegen verwirklicht: Im Verständnis von Architektur als Feldforschung im Sinne klinischer Befundung von sozialen Räumen und (substanziell-geodätisch) historischen Bauwerken vor Ort sowie als vermittelnd-verantwortliche soziale Arbeit mit Partnern aus dem gesellschaftlichen Raum.

Zeit im Spiel – die Institutsphilosophie. Das Institut widmet sich dem Phänomen der Zeit: Es thematisiert Bauwerke als (gefährdete, immer wieder neu zu entschlüsselnde) Spuren vergangenen Menschseins, als gebaute Kulturlandschaft und identitätswirksame Ressource. Es sucht diese Artefakte systematisch in einem Moment auf, in der ihr angestammter Gebrauch in eine gesellschaftliche Transformationskrise mündet, deren Ausgang offen ist (Leerstand). Statt Bauplätzen gibt das Institut in seinen feldforschungsorientierten Lehrveranstaltungen praxisnahe Probleme aus, die nicht unbedingt von Architekt/innen gelöst aber in ihrer Komplexität verstanden werden müssen. Dies stärkt als sich entwickelnder Wirklichkeitssinn die kognitiven Kompetenzen der Studierenden und eröffnet ihnen im Fall größeren persönlichen Engagements einen aktivistischen Zugang zum politischen Feld der Baukultur und Kulturlandschaftspflege. Denkmal- und Stadtentwicklungsfragen werden als soziale wie umweltpolitische Probleme betrachtet, weil sie das kollektive Gedächtnis betreffen und dennoch in den forschungspolitischen Progammen (siehe Fields of Expertise) auffällig unterrepräsentiert sind.

Das Tätigkeitsprofil. In Lehre, Forschung und kommunikativer Vermittlungsarbeit in Gemeinden und Regionen der Steiermark fokussiert das Institut stets auf Zukunftsprobleme ins strukturschwachen peripheren bzw. postindustriell geprägten, von Schrumpfung betroffenen Räumen. Diese prekären Kulturlandschaften zeichnen sich in Österreich durch extreme Leerstände gerade im baukulturellen
Erbe und denkmalgeschützten Bestand aus. Die großen Lehrformate des Institutes sind zugleich praxis-
wie forschungsorientiert und finden meist in Kooperation mit steirischen Gemeinden statt bzw.werden
durch diese mitfinanzier t (Aufstockung einer halben Assistent/innenstelle für die Lehre). Aus jedem
der intensiven Feldforschungsprojekte sind jeweils drei bis vier Masterarbeiten mit wissenschaftlichem Charakter und innovativen Fragestellungen hervorgegangen (Schrumpfung in Österreich, Armut
in Österreich, die Rolle von Kunst als Vermittler und Katalysator von Schrumpfungsprozessen, regionale Kulturlandschaften im Strukturwandel, detaillierte Bauaufnahmen und Objektanalysen
als monographische Forschungsarbeiten über bisher nicht untersuchte Denkmalschutzobjekte). 

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