Das Unberechenbare

The Most Beautiful Machine, modeled on Shannon's Ultimate Machine, 2003 © Hanns-Martin Wagner

Ein epistemischer und politischer Wandel tektonischen Ausmasses ist durch die Transformation des digitalen Kapitalismus von der Netzwerkform zur aggregierten Datenform entstanden, in dem massive Server riesige Mengen benutzergenerierter Daten sammeln, fördern und algorithmisch verarbeiten und ihnen einen Wert zuweisen. Algorithmen haben begonnen unser Leben zu steuern, was die Beziehungen zwischen Technologie, den Machtverhältnissen und der Wirtschaft verändert und die Unterscheidung zwischen dem ‚Bekannten‘ und dem ‚Unbekannten‘ verkompliziert. Alles scheint berechenbar zu sein und sich in eine Form des "Wissens" für eine weitere computergestützte Ausbeutung zu verwandeln. Es gibt jedoch einen unberechenbaren, unvorhersehbaren Rest der Berechnung, der immer noch ein menschliches Eingreifen erfordert. ‘The Incomputable’ untersucht die Genealogie der Wechselbeziehung zwischen Kybernetik und Subjektivität und die Resonanzen dieser Beziehung in den zeitgenössischen Formen datengesteuerter Kultur. Deren neue epistemische Regime konfrontieren die menschliche Subjektivität mit einer Dialektik paradoxer „asymmetrischer Symmetrie“ wenn es um Verfahren der Selbstregulierung, Kontrolle und Transparenz geht.

Das Projekt generiert sowohl künstlerische Forschung als auch eine diskursive Plattform rund um diese spekulativen Propositionen und sucht nach Methoden, mit denen die Komplexität der algorithmischen Gouvernementalität kognitiv abgebildet und sichtbar gemacht werden kann. An der Technischen Universität Graz (TUG) wird ein transdisziplinäres Forschungszentrum eingerichtet, das eine Kooperation zwischen dem Gastgeber – IZK Institut für zeitgenössische Kunst und den TU- Forschungsinstituten, die zu maschinellem Lernen forschen, entwickeln und lehren. Das Langzeitforschungsprojekt unter der Leitung von Antonia Majaca, wurde in Zusammenarbeit mit einer Gruppe internationaler Gesprächspartner und Mitarbeiter wie Luciana Parisi, Tiziana Terranova, Susan Schuppli, Matteo Pasquinelli und anderen entwickelt. Es wird aus mehreren transdisziplinären Workshops bestehen und in einer umfassenden Publikation und Konferenz in Graz enden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des Instituts für Zeitgenössische Kunst.

Projektlaufzeit:
März 2016 - März 2021

Finanzierung:
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
Programm für Kunst-basierte Forschung (PEEK)


Projektteam:
Projektleitung: Antonia Majaca
Projektassistenz: Dejan Marković

Projektpartner:
Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe (DE)
Department of Human and Social Sciences, University of Naples (IT)

Abteilung für Medien und Kommunikation, Goldsmiths University of London (GB)