Hans-Hermann Albers

Hans Hermann Albers (2010), Corporate Urban Responsibility, Corporate Social Responsibility als Element der Stadtentwicklung, Institut für Städtebau; 1. Gutachter: Jean Marie Corneille Meuwissen, 2. Gutachter: Philipp Oswalt; 430 Seiten, Deutsch.

Die Doktorarbeit Corporate Urban Responsibility untersucht aktuelle Projekte aus Architektur und Städtebau, die mit dem Begriff der Gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen in Verbindung stehen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist vor allem in den USA seit langem Bestandteil einer Übernahme von gesellschaftlichen Aufgaben durch Unternehmen und prägt dabei auch Prozesse der Stadtplanung und -gestaltung. Angesichts des fortschreitenden gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturwandels, Privatisierung und begrenzter finanzieller Möglichkeiten des Staates, werden (kooperative) Modelle zunehmend auch in Mitteleuropa forciert, die Unternehmen als gesellschaftlich engagierte Akteure für Stadtentwicklungsprojekte einbinden. Die wirkenden CSR-Instrumente, Public-Private-Partnerships, Corporate Volunteering, Sponsoring, Stiftungen, Spenden und Cause Related Marketing, werden in der Arbeit definiert und in ihrer Wirkungsweise erläutert. Dabei wird besonders die wachsende Funktion der verbundenen Unternehmenskommunikation betrachtet. An drei Fallbeispielen werden CSR-Aktivitäten als Stadtentwicklungselement analysiert und beschrieben: 1.Die Wolfsburg AG als Public-Private-Partnership (Volkswagen AG/ Wolfsburg) 2.Die Stiftung Lebendige Stadt (ECE GmbH & Co. KG, Hamburg) 3.Die Stiftung Elbphilharmonie, Hamburg Ziel der Fallbeispielbetrachtungen ist einerseits, die Möglichkeiten und Funktionsweisen von Stadtentwicklungsmodellen mit CSR-Instrumenten aufzuzeigen. Andererseits wird die Einflussnahme auf Gestaltung und Nutzung städtischer Räume kritisch hinterfragt nebst politischer Prozesse. Im Vordergrund stehen dabei Aspekte der Projektrhetorik und der jeweiligen Kommunikationsstrategien. Welcher Kommunikationsanspruch besteht bei geförderten Projekten und wie beeinflusst dies Architektur und Städtebau? Dazu wird die historische Entwicklung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen in der Stadtentwicklung abgebildet. Am Beispiel des öffentlichen Raumes werden Einflüsse und Produktionsformen aufgezeigt, die durch die Einbindung von CSR-Aktivitäten wirken. Neue Formen der Mitbestimmung und Mitgestaltung von Unternehmen im Stadtentwicklungskontext werden vor dem Begriff der (inszenierten) Partizipation untersucht. Ein perspektivischer Ausblick und ein Ansatz der planerischen Positionierung bilden den Abschluss der Arbeit.

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