Projekt Unified Timber Connections (UTC) - Standardisierung von Verbindungssystemen im Holzbau

Dipl.-Ing. Jörg Koppelhuber, Philipp Huter, BSc
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Detlef Heck

Projektsbeschreibung

Auf Grund der steigenden Bedeutung der Verbindungstechnik (VBT) in der Fügung einzelner Elemente und Bauteile im Holzbau wurde im Jahr 2015 das Projekt Unified Timber Connections (UTC) zur Standardisierung von Verbindungssystemen im Holzbau initiiert. Unter der Leitung der Holzcluster Steiermark GmbH bearbeitete das Institut für Baubetrieb du Bauwirtschaft der TU Graz (iBBW) gemeinsam mit der holz.bau forschungs gmbH (hbf) aus Graz und dem ZT DI Büro Kurt Pock aus Klagenfurt den Ist-Stand der derzeit hauptsächlich im Einsatz befindlichen Verbindungstechnik im Holzmassivbau mit deren konstruktiven und bauwirtschaftlichen Aspekten.

Ausgangssituation & Hintergrund
Eine von Praktikern und Wissenschaftlern vielfach genannte Forderung einer notwendigen Standardisierung und die damit verbundene Effizienzsteigerung der existierenden Verbindungstechnik im Holzbau, welche allerdings durch die große Variabilität selbiger am Markt derzeit eher behindert wird, würde dazu beitragen, dem ökologisch wie volkswirtschaftlich bedeutenden Roh- und Werkstoff Holz im Bauwesen eine noch stärkeren Verwendung zu ermöglichen. Auch technische Entwicklungen von neuartigen Holzbauprodukten – wie bspw. Brettsperrholz (BSP) – bedürfen ebenso einer weiteren Standardisierung auch in anderen Bereichen, wie eben der Verbindungstechnik, um innovative und wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten der existierenden Verbindungstechnik bei bestehenden Holzbauprodukten zu ermöglichen und damit den Holzbau am nationalen und internationalen Markt weiter voranzubringen.

Zielsetzung & Projektübersicht
Um diesem Ruf der Praxis gerecht zu werden, wurde daher im Projekt UTC das System (mehrgeschossiger) Holzhochbau hinsichtlich der Möglichkeiten einer Standardisierung der vorhandenen Verbindungsysteme und Verbindungstechnik näher untersucht. Dabei wurden sowohl die derzeit eingesetzten Verbindungssysteme analysiert, sowie auch deren (bau)wirtschaftliche Auswirkung beleuchtet, wobei der Fokus einerseits auf der Berücksichtigung der VBT in der neuen standardisierten Leistungsbeschreibung (LG 36 Holzbauarbeiten) sowie deren Abrechnungsmodalitäten und damit die Berücksichtigung in der Werkvertragsnorm gelegt wurde.

Das Projekt gliedert sich in die folgenden fünf Arbeitspakete:
Theoretische Umfeldanalyse, Analyse ausgeführter Holzbauten, Mindestverschraubungs-/ Mindestverankerungsgrad, Bauwirtschaftliche Analyse, Ableitung von Vorgaben.

Gesamtprojektergebnisse
Die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Arbeitspakete, die daraus abgeleiteten Maßnahmen und Schlussfolgerungen sowie eine Potenzialdarstellung und ein Ausblick sind dem gemeinsamen Kurzbericht bzw. dem jeweiligen Langbericht der einzelnen Projektpartner zu entnehmen.

Anmerkung: Diese Projektergebnisse können bei der Holzcluster Steiermark GmbH angefordert werden.

Detaillierte bauwirtschaftliche Ergebnisse - Empirische Datenerhebung | Expertenbefragung
Basierend auf der theoretischen Umfeldanalyse wurde eine Umfrage unter ausgewählten Experten für 21 im Brettsperrholzbau systemtypische Details bezüglich ihrer Häufigkeit, Wirtschaftlichkeit und Montagefreundlichkeit durchgeführt, wobei die 15 relevantesten Details noch zusätzliche Detailfragen zur Verbindung selbst enthielten (Praxisrelevanz, Hersteller, verschiedene Verbindungsmittelparameter, Abstand der Verbindungspunkte untereinander).

Die Expertenbefragung wurde unter (Holzbau)Statikern und Ausführenden in Österreich und Deutschland im Sommer 2016 durchgeführt. Die detaillierten Ergebnisse dieser Befragung sind dem Kurz- bzw. Langbericht des Instituts für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TUG zu entnehmen und können ebenda angefordert werden.

Output & Wissenstransfer
Die Projektergebnisse wurden im Rahmen von Fachtagungen und Expertenrunden (bspw. Holzbau Statikstammtisch) präsentiert und finden sowohl in der derzeit in Überarbeitung befindlichen Werkvertragsnorm ÖNORM B2215 (vs. Herbst 2017), wie auch in der Neuauflage der standardisierten Leistungsbeschreibung LG 36 Holzbauarbeiten im Jahr 2018 Eingang.

Weitere Informationen
Projekt Poster 1

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