Masterstudios Wintersemester 2016/17

Velodromo Treviso

Entwurf einer Bahnradhalle in der Provinz Treviso

„Früher, in den Anfängen der Radsportzeit, waren Bahnrennen Publikumsmagneten. Jede bessere Stadt hatte eine Bahn, wenn nicht zwei. Auch in der Zwischenkriegszeit wurde noch viel auf der Bahn gefahren, auch und vor allem um Geld. Die Bahn war ebenso wichtig wie die Straße - wenn nicht wichtiger. Heute besteht dagegen die permanente Gefahr, dass Velodroms völlig aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Aktuell hat Österreich zwei Fahrer, die bei internationalen Veranstaltungen auftreten. Die Szene ist überschaubar, seit einigen Jahren gibt es aber wieder Versuche der Reanimierung.“ In: Othmar Pruckner. Die Bahnradprofis vom Ferry Dusika Stadions.  

Sport bewegt uns mit allen seinen Facetten. Wettkampf fordert uns heraus und zieht Sportler wie Fans in seinen Bann. Kein Wunder, dass Sportbauten in der Architektur einen speziellen Stellenwert erlangt haben. Die Inspiration ist vielfältig, die Entwürfe und das Engineering werden zur Kulisse und auch zum Teil von Großveranstaltungen und in vielen Fällen Ikonen der Architektur. Italien und Radsport sind untrennbar miteinander verbunden und die Begeisterung für das Bahnradfahren ist hoch. Kraft, Geschwindigkeit und extreme Kurvenlagen danke extremer Geometrie sind Attribute, die dieser Sportart zugeschrieben werden können. Das Studio für Tragwerksentwurf im WS 2016/2017 widmet sich dem Entwurf und der Detailierung einer Bahnradhalle, eines Velodroms. Aktualität erfährt das Projekt durch den Bauplatz in der Provinz Treviso. Eine Exkursion zur Wiener Radsporthalle mit der Möglichkeit selbst diesen Sport zu erproben und einer Exkursion nach Oberitalien inkl. Eines Workshops in Mailand führen uns tief in den Sportstättenentwurf. Nach Recherchen und generellen Entwürfen wird der Fokus des Studios auf der Entwicklung, Überprüfung und Detailierung des Dachtragwerks liegen.  

/// Bauplatz und Aufgabenstellung
Konzipieren und entwerfen Sie ein Velodrom. In der norditalienischen Provinz Treviso soll nördlich der gleichnamigen Stadt  in Spresiano die Sportanlage Le Bandie um ein Velodrom ergänzt werden. Das Projekt wurde etliche Jahre diskutiert, im April dieses Jahres wurde jedoch endgültig der Beschluss gefasst, das Velodrom zu bauen und die Finanzierung sichergestellt. Damit soll eine neue Einrichtung für die Federazione Ciclistica Italiana geschaffen werden. In der Sportstätte sollen auch internationale Wettkämpfe ausgetragen werden können. Die Bahnlänge ist mit 200m definiert, was etwas unter den Bahnlängen bekannter Velodrome wie dem in London oder Berlin mit 250m liegt. Die Halle soll 5000 Sitzplätze aufweisen und insgesamt maximal 6000 Zuschauern die Möglichkeit bieten, die Wettkämpfe zu verfolgen. Für 6000 Personen sind Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Die Konzeption der Bahn soll sich an der des Velodroms Valencia orientieren und ebenso im Anschluss an die geneigte Holzbahn innen 5 weitere Bahnen aufweisen. Pool Engineering hat bereits einen Vorschlag für die Entwurfsaufgabe entwickelt. Aktuell werden noch alternative Designs von anderen Firmen angeboten. 

Exkursionen:
MO, 10.10.2016| Ferry Dusika Stadion Wien
MO, 17.10.2016 – MI 19.10.2016 | Bausplatz Treviso | WORKSHOP MILANO UND GASTKRITIK | VELODROMO MONTICHIARI  

Institut für Tragwerksentwurf

Konzept und Leitung: Stefan Peters, Andreas Tummer, Christoph Breser

Gebundenes Wahlfach:
Tragwerke im Entwurf, Eva Pirker


wert/schätzen - Ein Haus als Exempel

Worin bestehen für uns Wert und Qualität eines Gebäudes? Wer schreibt einem Haus welche Bedeutung zu? Und wie kommt es zur (politischen) Entscheidung für Erhaltung oder Abriss? Am aktuellen Beispiel einer 1937 errichteten modernen Villa sollen in der Projektübung kollektive und individuelle Prozesse der Auf- oder Entwertung, der Bedeutungszuschreibung und des Umgangs mit einer fragilen Seite der heute als unmenschlich in Verruf geratenen architektonischen Moderne kritisch hinterfragt und die gesellschaftspolitischen Gründe dafür erkannt werden. Entworfen wurde das Haus von dem 1943 von den Nationalsozialisten ermordeten Grazer Architekten Herbert Eichholzer. Ihr Abriss zur Erweiterung des LKH-Areals steht unmittelbar bevor.   Ablauf In einem ersten Schritt werden wir das Haus mit seiner Geschichte und räumlichen Qualität, die Transformationen des Gebäudes und der städtebaulichen Situation analysieren und dokumentieren sowie mit künstlerischen und fotografischen Methoden erkunden. Im zweiten Schritt gehen wir an diesem konkreten Fall den Gründen und Hintergründen der Nichtbeachtung und Wiederentdeckung, der Rezeption und symbolischen Aufladung, des Ein- und Ausblendens sowie der Frage nach der Objektivität von Begutachtungen nach. Jede/r Studierende soll Position beziehen, wie aus ihrer/seiner Sicht die Zukunft des Hauses aussehen sollte. Als Endergebnis wird eine Zeitung mit den in der Projektübung erarbeiteten Texten, Fotos, Plänen und Diagrammen unsere Erkenntnisse dokumentieren.  

Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften

Leitung und Konzept: Antje Senarclens de Grancy, Sophia Walk

Gebundene Wahlfächer:
Kulturelles Erbe, Carmen Auer
Theorie und Praxis der Architekturvermittlung, Martin Grabner


Institut für Städtebau

Konezpt und Leitung (Gruppe 1): Aglaee Degros

Gebundene Wahlfächer:
Städebauliche Forschung, Aglaee Degros

Konezpt und Leitung (Gruppe 2):  Johann Zancanella

Gebundene Wahlfächer:
Verkehrsplanung für Architekten, Kurt Fallast
Städtische Infrastruktur, Hans Schnitzer


Typologie des Urbanen - Prater Türme Wien

© igl, TU Graz

Ever thought there could be a better way to live free from the shackles of the old, tired world? [...] The High-Rise has forty floors of luxury apartments filled with every modern convince. Onsite we have a fully stocked super-market, gym facilities, swimming pool, spa, school. People from all walks of life are here too. There are many opportunities to make new friends, possibly fall in love. So why not join us? Joins us at the High-Rise.“ [1]

Das Wohnhochhaus nimmt in der Stadtentwicklung und Stadtverdichtung mittlerweile auch in Europa die Rolle einer immer wichtigeren Typologie ein. Zusätzliche Nutzungsangebote und eine gewisse Funktionsoffenheit der Wohnungsgrundrisse machen sie zu hybriden Gebäuden die einen aktiven Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt leisten. Oft bilden sie neue Stadtbausteine an Orten, die als Wohnraum bisher unwirtlich und unwirtschaftlich waren, sie definieren urbanen Raum und markieren wichtige Punkte innerhalb des Stadtgefüges. Verortet wird das Entwurfsthema in Wien, das seine hohe Lebensqualität zu großen Teilen einer seit Jahrzehnten funktionierenden Wohnungspolitik verdankt.

Institut für Gebäudelehre

Konzept und Leitung: Hans Gangoly, Evelyn Temmel

Gebundene Wahlfächer:
AK Wohnbau, Markus Penell

[1] Zitat aus dem Film Highrise von Ben Wheatley


(Im) Teichland

© igl, TU Graz

Wieder den See anstelle eines Maisfelds zu sehen, bildet den Einstieg in ein Projekt, das Regionalentwicklung intendiert und die Stärkung von Ortszentren über die Landschaft versucht. Das Nachdenken über land- oder genauer, teichwirtschaftliche Produktion, wird mit Aspekten touristischer Nutzungen überlagert.

Beim Wirten am See werden die Fische aus dem Landschaftsteich nicht nur weiter verarbeitet (gläserne Manufaktur) und verkauft, sondern auch selbst gefischt und in der Gaststube mit angrenzenden Gästezimmern angeboten.
In diesem Szenario sind nicht nur die tradierten Bilder einer Landschaft zu hinterfragen, sondern ebenso sehr unser Verständnis der ihr zugeordneten Gebäudetypologien. Das erweiterte (Raum)Programm und die zugrunde liegenden touristischen Konzepte dieses Fischwirts bilden den Ausgangspunkt entwerfenden Nachdenkens über die Zusammenhänge und Möglichkeiten regionalen Bauens, zum Zeitpunkt eines längst vollzogenen, großen Wandels der landwirtschaftlichen Produktion und der damit verbundenen gesellschaftlichen Transformation.

Institut für Gebäudelehre

Konzept und Leitung: Uli Tischler

Gebundene Wahlfächer:
Architektur Mobilität Tourismus, Uli Tischler
AK Architekturgeschichte, Christoph Breser


Milan Megablock

© iat, TU Graz

Institut für Architekturtechnologie

Leitung und Konzept (Gruppe 1): Roger Riewe, Sorana Radulescu

Gebundene Wahlfächer:
Detailentwurf, Ziga Kresevic
Materialisierung 3 Projektbesichtigung, Claudia Volberg

Leitung und Konzept (Gruppe 2): Roger Riewe, Maria Soledad Vidal Martinez

Gebundene Wahlfächer:
Industrielles Bauen, Armin Stocker
Materialisierung 3 Projektbesichtigung, Claudia Volberg


Tanzakademie Wien X

Institut für Raumgestaltung

Konzept und Leitung: Irmgard Frank

Gebundenen Wahlfächer:
Lichtplanung 1, Paul Pritz
Lichtplanung 2, Birgit Schulz


Water, Palmas, Brazil

© ial, TU Graz

Designing a Waterfront Park

The landscape in Palmas, is in many ways heavilyinfluenced by one element, which is simply water.Rain and dry season dramatically change theclimate during the year, vegetation and electricityproduction depend on it as well. As an underlyingdenominator, we will take water to frameconcepts for a new waterfront park.

Palmas, a city founded in 1990 as the capital of the new state Goias, has a rather shorthistory, but it bears the legacy of a much olderexample of modernist town planning. Just likethe capital Brasilia, the streets were carvedinto the bushland in a blocks of 700m length(superquadras). In 2003, a hydroelectric powerplant was erected to produce electricty and theemerging water reservoir not only suddenlyformed the new edge of the city in the west, butalso made it very attractive for sport and leisure.Between the city and the lake, there is stillunbuilt land, offering the possibility to createa green infrastructure serving the city in manyways.
In the first phase, we will conduct researchand analysis of the site and the context, whichwe will supplement with the information andimpressions obtained from the field trip toPalmas. In order to form a holistic strategy/masterplan for the given site at the lakeshore,we will undertake in groups. Each of group willinvestigate a specific topic (narrative) and bringthis information into the team and into a design.
We understand this project as an uniqueopportunity to test strategies of a landscape -based urbanism, that overcomes the moderndivide between cities and the landscape. With anintegral approach, we see this future waterfrontpark as a show case to create a multifunctional andresilient public infrastructure.

Institut für Architektur und Landschaft

Kozept und Leitung: Klaus K. Loenhart, Bernhard König, Tobias Brown, Andreas Boden

Gebundenen Wahlfächer:
Landlab:Case, Klaus K. Loenhart, Bernhard König


Sans Souci: Four Faces of Omarska

© IZK, TU Graz

This semester’s project by IZK will look into a novel, contemporary species of detention and concentration camps. We will explore the architecture of the camp that is deeply entangled with everyday urban structures, and as such outlives and continues to endure through new forms of urbanity, economy, and socialization in the period of post-war transition.

Sans Souci project will investigate still not sufficiently explored urban structures that emerged in post-war Bosnia and Herzegovina. We argue that the new forms of urbanism and sociality emerging in this post-conflict society are informed by a new configuration of camp established during the wars of the 1990s.

Rather, taking Trnopolje and Omarska camps that are placed in the heart of northern Bosnia, as the symbolic locus, as the basis for a projective image, we will have an opportunity to reflect the present state of global society. In this light, we will explore the relations between these camps and refugee camps created in recent years in Jordan, Turkey and Greece for Syrian, Iraqi and Afghani refugees.

The Master Studio will take place at Kunsthaus Graz, the IZK Research Space, and includes an obligatory study trip to Northern Bosnia and Herzegovina and visits to both former camps Trnopolje and Omarska.
We will organize a studio lab as a part of Body Luggage, the central exhibition in the frame of the steirische herbst festival curated by Indian-born curator Zasha Colah at the Kunsthaus Graz. Students will have an opportunity to establish a venue by exhibiting their works, research, and investigation in process. Additionally, students are invited to design a light conception for the Kunsthaus façade linked to the lab working hours.
An important aspect of the project is the inclusion of the wide spectrum of both digital and analog techniques and devices in the process, as students will be thaught to actively use all available production facilities of the newly established IZK Photo, Video and Sonic Lab.

Institut für Zeitgenösische Kunst

Konzept und Leitung: Milica Tomic, Simon Oberhofer

Gebundene Wahlfächer:
Kunst und Öffentlichkeit, Milica Tomic
AK Kulturwissenschaften, Daniel Gethmann


mehr als wohnen

„mehr als wohnen“ ist oft der Wunsch vieler Wohnungssuchender, der sich zur Zeit meist nur in gemeinschaftlichen, bottom-up initiierten Projekten umsetzen lässt. Im Rahmen der Lehrveranstaltung stellen wir die Frage, inwieweit altbekannte Wohnungstypologien die Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft erfüllen können und wir untersuchen die Wechselwirkung zwischen Gebäudetypologie, Wohnungsgrundriss und Wohnweise und die Einflüsse neuer Wohnformen auf den sozialen Wohnbau.

Institut für Wohnbau

Konzept und Leitung: Andreas Lichtblau, Elisabeth Anderl

Gebundene Wahlfächer:
Wohnlabor, Andreas Lichtblau, Sigrid Verhovsek
AK Stadtforschung, Manfred Omahna


Inhabitable Skin

© ige, TU Graz

Zwischen Innen und Aussen - neue Lebensräume im zeitgenössischen Wohnbau

Eine mehrgeschossige Gebäudestruktur wird auf Hinblick der im Jahresthema definierten Fragestellung konzipiert und ausgearbeitet. In der Entwurfsstrategie wird das Verhältnis aus erforderlichem Technologieaufwand und der zu erwartenden Energieperformance des Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt und optimiert.

Institut für Gebäude und Energie

Konzept und Leitung: Brian Cody, Igor Mitric Lavovski

Gebundene Wahlfächer:
Advanced Facade Technologies, Renate Teppner
Advanced Building Systems, Sebastian Sautter


Lusthaus

LUSTHAUS…“in einem Park errichtetes pavillonartiges Haus, das dazu dient, sich darin beim Promenieren zu verweilen und sich die Zeit zu vertreiben.” …duden

FOLLY…Often eccentric in design or construction and call attention to themselves in unusual details or form… wikipedia

Starting from the fine art of japanese wooden joinery that has always been about the symbiosis of function and beauty we will design and fabricate a Lusthaus in the form of a skeletal timber structure. We are interested in reinterpreting traditional wood joining techniques with today’s available digital tools in fabrication and design. Over the course of the semester we will be using ABB Robot IRB 140 equipped with a milling head to build big scale prototypes. The goal is to exploit the latest design and fabrication techniques for skeleton timber structures. Investigate in the tectonics of wooden structures and rethink traditional wooden joining techniques.

The max volume of the structure should not exceed of 6 x 8 m and 4 m in height. The structure will be traveling between multiple urban and rural locations and therefore has to be dismountable. No penetrative foundations can be used.

The first location will be the roof terrace at kronesgasse 5. The construction should have a minimum lifespan of at two years.

Over the course of the semester we will be working on an industrial robot to produce the individual components (milling, drilling). Producing prototypes within several production sessions the students will learn how to prepare 3d data for the robot, how to generate milling paths, how to generate robot code and how to operate the robot. The feedback from working with the robot should highly influence the design and vice versa.

Institut für Architektur und Medien

Leitung und Konzept: Urs Hirschberg, Florian Fend, Martin Kaftan

Gebundene Wahlfächer:
Digitale Fabrikation, Florian Fend
Simulationstechnologie, Michael Stadler


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