Sommersemester 2014

fullscale / [shade] structure

Institut für Tragwerksentwurf

Ziel des Masterstudios war der Entwurf von Verschattungsstrukturen aus Holz sowie eine Umsetzung im Maßstab 1:1. Die  Lehrveranstaltung wurde unter anderem von der Organisation proHolz unterstützt. Zu Beginn entwickelten die Studierenden untersützt durch Input lectures, Exkursionen und Gastkritiken viele verschiedene Vorentwürfe von Strukturen. Vier dieser  Entwürfe wurde gemeinsam ausgewählt und anschließend in größeren Teams in einem 2.  Lehrveranstaltungsblock von sieben Wochen weiterführend bearbeitet. Die ausführliche Planung der Konstruktionen erfolgte unter Einbeziehung statischer Untersuchungen und detailierter Überlegungen zu den Knotenausbildungen. Die Vorfertigung der Bauteile durch die Studierenden fand in der Modellbauwerkstätte, der Möbelbauwerkstätte sowie im Roboterdesignlabor des Instituts statt. Die entworfenen Strukturen wurden im Rahmen der Ausstellung „Graz Open Architecture 2014“ am Gelände der „Alten Technik“ aufgebaut.

Konzept und Leitung: Stefan Peters, Andreas Trummer & Eva Pirker

Architektur der Utopie

Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften

Jeder architektonische Entwurf enthält einen utopischen Aspekt, indem er das bildhafte Modell einer noch nicht vorhandenen sozio-räumlichen Form darstellt. Die utopische Dimension des Entwerfens wurde jedoch seit den 1970ern immer stärker vernachlässigt. Derzeit entsteht angesichts der globalen Umwelt- und Wirtschaftskrisen eine neue Nachfrage nach utopischen Visionen von alternativen Lebensweisen: das imaginative Potential der Architektur ist dabei besonders gefragt. Ziel dieser Projektübung ist es, eigenständige Entwürfe zu thematischen Schwerpunkten der utopischen Architektur zu entwickeln. Dabei werden die Formate Text und 3D-Modell als Entwurfs- und Darstellungsmethoden genutzt. Die Übersetzung zwischen Text und Modell wird die dem utopischen Denken immanente Spannung zwischen abstrakten Idealen und konkreten architektonischen Vorstellungen von einem anderen Miteinander sichtbar machen.

Konzept und Leitung: Petra Eckhard, Daniel Gethmann & Ana Jeinic

 
 
 

Istanbul • Golden Horn With_

Institut für Gebäudelehre

Das Areal einer stillgelegten Schiffswerft (Halıç Tersanesi) am Goldenen Horn ist Ausgangspunkt für den Entwurf einer Campus-Universität am Wasser. Fabriken, Werkstätten und Lagerhallen bildeten hier eine zentral gelegene Industriezone, die entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Stadt ab der frühen Phase der Industrialisierung war. Ende der 1980er Jahre wanderten die Industrieanlagen ab, Brachflächen wurden saniert,  historisch bedeutsame Gebäude wurden für kulturelle und Bildungszwecke adaptiert und Grünflächen entlang der Küste angelegt, ohne aber den Bezug zum Wasser und die Anbindung an umliegende Gebiete gestalterisch relevant einzuflechten. Auch die Kadir-Has-Universität – in der unsere Projektübung vor Ort stattfinden wird – wurde durch Renovierung und Umbau einer ehemaligen Tabakfabrik im Zuge dieser Transformationsprozesse hier – genau gegenüber unseres Projektgebiets – angesiedelt. Die Lage am Wasser, die markante Topographie des Geländes, der räumliche Eigensinn der historischen Hafenbecken sowie die unverwechselbare Ansicht der historischen Altstadt auf der anderen Uferseite sollen in diesem Entwurf zu einem prominenten öffentlichem Raum und einer Bildungseinrichtung Istanbuls verwoben werden.

Konzept und Leitung: Hans Gangoly, Andreas Lechner & Eva Sollgruber

Prison Island // Ort der Erinnerung

Institut für Architekturtechnologie

Konzept und Leitung: Roger Riewe & Armin Stocker

Prison Island // Ort der Begegnung

Institut für Architekturtechnologie

Konzept und Leitung: Roger Riewe & Armin Stocker

AIR_Luft als Material

Institut für Architektur und Landschaft

„When you take a breath, you touch a part of the planet, with the inside of your body.“ [Olafur Eliasson]

Luft, ein Windstoß oder ein Atemzug. Luft ist allumfassend und eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Luft, Klima und Atmosphäre verbindet alle Lebewesen auf der Erde.
Luft ist Lebensmittel, Informationsträger, Energieproduzent und Ressource zugleich. Mit allem was wir als Menschen auf dieser Erde tun, beeinflussen wir die Luft und die Luft beeinflusst uns. Dennoch spielt „Luft als Material“ im Entwurfsprozess bisher kaum eine Rolle.

Im Sommersemester 2014 rücken wir am Institut für Architektur und Landschaft „Luft als Material“ in den Fokus der gestalterischen Auseinandersetzung. Anlass dafür ist die Beteiligung des ia&l am österreichischen Pavillon „breathe austria“ für die EXPO 2015 in Mailand mit dem Thema „Luft als Nahrungsmittel“.

Im Rahmen des Masterstudios und Entwerfen 4 untersuchen wir verschiedene Phänomene von Luft und machen diese sichtbar um neue Gestaltungspotenziale zu entdecken. Auszüge der Inhalte werden im Rahmen der Weltausstellung in Mailand 2015 im Österreichischen Pavillon präsentiert und im CASE-Buch „Luft als Material“ münden.

Konzept und Leitung: Klaus K. Loenhart, Lisa Enzenhofer, Bernhard König, Anna Resch, Andreas Goritschnig & Anne Oberritter

Textour - Tragbare Rückzugsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum

Institut für Zeitgenössische Kunst

Textile Techniken, Strukturen und Materialien lassen sich sowohl in zeitgenössischer Kunst- als auch Architekturproduktion finden. Neue Materialien und Verfahrenstechniken bewirken eine ständige Erweiterung des Bedeutungs- und Verwendungsspektrums des Textilen.
Im Rahmen einer Kooperation mit der Firma Sattler, Hersteller von Spezialtextilien und Membranen, wurden auf unkonventionelle Weise verschiedenste Bearbeitungsmethoden textiler Strukturen ausgelotet, um künstlerische Rückzugsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum zu schaffen.
Die mit Textilien der Firma Sattler gefertigten Skulpturen, die von einem abstrahierten überdimensionalen Schneckenhaus bis zu Baumtränen reichen, wurden im Park des Schloss Batthyány in Rudersdorf öffentlich ausgestellt.

Konzept und Leitung: Hans Kupelwieser, Katrin Nora Kober & Brigitte Kovacs

 
© Marco Wenegger "Schneckenhaus"                  © Thurid Coll, Martina Holzner & Lola Seibt "abgeSCHIRMt"


© Florian Schicho "Baumsack"

prekär_land: obdadch

Institut für Wohnbau

Die Veränderungen wirtschaftlicher und sozialer Grundlagen in ländlichen Regionen, Kleinstädten und Dörfern bedingen einander. Der dadurch verursachte demografische Wandel stellt ländliche Regionen vor existenzielle Entscheidungen. Der Begriff Prekariat umfasst die Entsicherung der Lebensführung. Anders als im städtischen Raum, wo wir den Terminus „prekär“ auf den Einzelnen bezogen haben, sehen wir im ländlichen Raum ganze Regionen vor einer Entsicherung ihrer  Lebensgrundlage. Schrumpfende Gemeinden sind von Entsolidarisierung der Gemeinschaft bedroht. Nur räumlich wie auch sozial intakte Ortszentren mit den Möglichkeiten zur zwanglosen Begegnung durch fußläufig erreichbare wirtschaftliche und kommunale Einrichtungen sind gemeinschaftsbildend und positiv identifikationsstiftend.

Konzept und Leitung: Elisabeth Anderl & Andreas Lichtblau

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